Denkmalrat macht sich für den Festsaal stark

20.5.2013, 13:00 Uhr
Das stuckverzierte Gewölbe des Festsaals samt Glasdach ist seit Jahrzehnten hinter einer nachträglich eingezogenen Decke (unten) verborgen.

Das stuckverzierte Gewölbe des Festsaals samt Glasdach ist seit Jahrzehnten hinter einer nachträglich eingezogenen Decke (unten) verborgen. © Winckler

„Wir sehen in dem Saal eine große Chance, den geplanten Einkaufsschwerpunkt aufzuwerten“, sagte Karin Dengler-Schreiber nach der Sitzung am Freitag auf FN-Anfrage. Es sei nicht nachvollziehbar, so die stellvertretende Vorsitzende des Landesdenkmalrats, dass der 125 Jahre alte Saal nicht in das Einzelhandelskonzept eingebunden werden könne.

Andernorts seien historische Gebäudeteile oft Attraktionen von Einkaufspassagen. Der Festsaal würde dem Fürther Projekt etwas Einzigartiges verleihen und es vom Einheitsbrei anderer Einkaufszentren abheben, betonte Dengler-Schreiber, die am Montag mit dem Regionalausschuss des Landesdenkmalrats zu einem Vorort-Termin nach Fürth gereist war.

Ihr zufolge kritisierten zwar einige Mitglieder, dass die Abrissgegner den Landesdenkmalrat so spät einbezogen haben, schließlich laufen gegenüber dem Park-Hotel bereits die Arbeiten. Trotzdem habe sich das Gremium nach „intensiver Diskussion“ einstimmig dafür ausgesprochen, der Stadt und dem Investor „nahezulegen, über eine Alternative nachzudenken“.

Fürths Rathauschef, der extra nach München fuhr, um in der Sitzung das Wort zu ergreifen, blieb gegenüber den FN gelassen. Die Entscheidung nannte Thomas Jung „milde und angemessen“. Die Stadt sei nicht aufgefordert worden, von den Planungen Abstand zu nehmen. Dem Wunsch des Landesdenkmalrats werde er „gewissenhaft nachkommen“ und sich nächste Woche mit dem Investor und Vertretern der Regierung von Mittelfranken Gedanken machen. Gefreut habe er sich über ein Lob der Denkmalschützer: Die jetzigen Planungen seien deutlich besser als zu Zeiten des ersten Investors Sonae Sierra.

Fest steht: Da der Denkmalrat nur Empfehlungen aussprechen kann, obliegt die Abrissgenehmigung der Denkmalbehörde der Stadt. Laut Karin Dengler-Schreiber bliebe den Gegnern nur die Möglichkeit, „eine Popularklage einzulegen“, sollte sich die Kommune über die Empfehlung hinwegsetzen.

Wie berichtet, will MIB links und rechts der Breitscheidstraße einen Einkaufsschwerpunkt errichten und mit dem Park-Hotel auch den denkmalgeschützten Festsaal abreißen. Für dessen Erhalt streiten die Bürgerinitiative „Bessere Mitte“, der Verein „Wir sind Fürth“, das Landesamt für Denkmalpflege und das Denkmalnetz Bayern.
 

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