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Der S-Bahn-Bau wird zur Nervenprobe

Fürths Kampf gegen den Schwenk durch das Knoblauchsland geht in die entscheidende Phase - 19.04.2011 19:00 Uhr

Ein provisorischer Bretterverschlag sichert in der Bahnhofsunterführung die Baustelle zur Verbreiterung des Tunnels von derzeit fünf auf elf Meter im Bereich unter dem neuen S-Bahnsteig ab. © Hans-Joachim Winckler


Mit einem eigenen Gutachten bietet die Kommune der Bahn Paroli. Fürth zweifelt die Kosten-Nutzen-Analyse des Transportunternehmens an, das einen minimalen Vorteil für den Schwenk mit neuem Bahnhof an der Schmalau errechnet hat. Dies unter anderem deshalb, weil der Lärmschutz nicht so hoch zu Buche schlagen soll wie bei einer S-Bahn-Führung entlang der Bestandsstrecke.

Exakte Informationen darüber, wie sich die Lärmschutzkosten zusammensetzen, wurden der Stadt bislang aber von der Bahn und vom Bayerischen Wirtschaftsministerium vorenthalten. Fürth hat deshalb mit Erfolg Einspruch gegen die vergangene Woche geplante Diskussion aller Einwände gegen die Bahnplanung erhoben. Die Regierung hat den Termin verschoben, um der Stadt Gelegenheit zu geben, ihre Argumente für den Ausbau entlang der Bestandsstrecke hieb- und stichfest zu machen.

Zeils Zusage

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hat der Fürther CSU-Landtagsabgeordneten Petra Guttenberger versprochen, die fehlenden Unterlagen schnellstmöglich weiterzuleiten. Aufschluss erhofft sich Fürths Baureferent Joachim Krauße auch darüber, weshalb der Bahnhof Vach in Stadeln einen schlechteren Nutzen haben soll als ein Bahnhof beim Industriegebiet auf der grünen Wiese.

Um den Nutzeffekt des bestehenden Bahnhofs zu erhöhen und außerdem eine von zwei Unterführungen einsparen zu können, schlägt die Stadt dessen Verschiebung um wenige Hundert Meter nach Süden in Richtung des Stadelner Ortszentrums vor. Nach der Bahnberechnung würde dies allerdings keine Verbesserung darstellen. Auch diese Angabe kann die Kommune mangels offengelegter Berechnungsgrundlagen nicht angreifen.

Mit Petitionen haben sich die Gegner des S-Bahnschwenks an den Bundestag und Landtag gewandt. Dass sich der Petitionsausschuss des Bundestages damit befasst, wurde bereits entschieden. Im Landtag wurde die Beratung zurückgestellt, bis sämtliche Informationen vorliegen. Erst nach den Osterferien und einer weiteren Studienwoche kann sich der Wirtschaftsausschuss nach Angaben des Fürther SPD-Landtagsabgeordneten Horst Arnold mit dem Anliegen befassen.

Im Fürther Rathaus geht man davon aus, dass die Petitionen bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Abgeordneten beraten werden. Wie Oberbürgermeister Thomas Jung auf Anfrage der Fürther Nachrichten sagt, kann der Ortstermin durchaus vor der auf noch unbestimmte Zeit verschobenen Erörterung aller Einwände liegen. In den Osterferien sei damit allerdings nicht zu rechnen. 

Gleisbauarbeiten über Ostern

Ungeachtet der Hängepartie in Sachen Schwenk macht die Bahn beim S-Bahn-Bau im Bereich der Fürther Innenstadt über Ostern Nägel mit Köpfen. Der sogenannte Fürther Bogen vom Hauptbahnhof über Unterfarrnbach nach Stadeln wird jetzt mit Nachdruck in Angriff genommen. Von 22. bis 25. April sind zum Gleisbau schwere Maschinen im Einsatz. Bereits am vergangenen Wochenende war die Bahnhofsunterführung komplett gesperrt, um die Verbreiterung im Bereich des neuen S-Bahnsteigs vorzubereiten. Nach den Worten von Bahnsprecher Frank Kniestedt ist zur Fertigstellung noch mindestens eine weitere Totalsperre nötig.

An der Unterführung Schwabacher Straße werden derzeit Bohrpfähle für die Widerlager der zusätzlichen S-Bahnbrücke zwischen Post und Berolzheimerianum gesetzt. Auch der neue Brückenschlag über die Regnitz neben der Stadelner „Donnerbrücke“ wird vorbereitet.

  

Volker Dittmar

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