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Donnerstag, 25.04.2019

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Die CSU leckt ihre Wunden

Nach dem Wahldebakel wird um Perspektiven gerungen - 04.03.2008

Abgestürzt von knapp 40 auf 26 Prozent, die Fraktion im Stadtrat geschrumpft von 20 auf 13 Sitze: Wer hat Schuld an der Demontage? Alle und keiner, sagt der CSU-Chef und Staatssekretär Christian Schmidt - und nimmt vor allem OB-Kandidatin Birgit Bayer-Tersch in Schutz, deren Ergebnis mit 15 Prozent noch weit verheerender ausfiel als das ihrer Partei.

«Natürlich nicht befriedigend», sei das. «Aber», sagt Schmidt, «wir haben die Birgit gemeinsam nominiert, jetzt haben wir auch gemeinsam mit ihr verloren.» Ein Fehler indes sei es nicht gewesen, die Frau aus der zweiten Reihe, eher unerfahren und unbekannt, ins Rennen gegen den übermächtigen Amtsinhaber zu schicken. Andere, populärere CSUler hätten zwar vielleicht «ein paar Prozent mehr geholt». An der Niederlage aber hätte das wohl nichts geändert.

Wichtig finde er es, über die Ursachen der Schlappe zu reden, sagt der CSU-Vorsitzende. «Dann aber müssen wir den Blick nach vorn richten.» Es sei doch wie beim Fußball: «Wir sind hingefallen, jetzt müssen wir wieder aufstehen.» Und noch einen sportlichen Vergleich bemüht Schmidt: «Elf Freunde müsst ihr sein», habe der legendäre Bundestrainer Sepp Herberger gesagt. «In unserer Fraktion sind es jetzt halt 13 Freunde.»

Hinter so viel Selbstironie verbirgt sich freilich sein ernsthafter Wunsch nach einem «Neuanfang in der Fraktion». Er meine das weniger auf Köpfe bezogen, sondern atmosphärisch. Man habe zwar «viele gute Einzelaktionen» gehabt. «Aber ein Profil, das, wofür die CSU steht, war nicht erkennbar», kritisiert Schmidt.

Angesprochen fühlen darf sich hier auch Fraktionschef Joachim Schmidt, der - ebenso wie sein Namensvetter an der Parteispitze - keinerlei Veranlassung sieht, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Vielmehr denkt er schon über die künftige Strategie nach - und will zur bisherigen Linie stehen. «Eine Konfrontation nur um der Konfrontation willen» - will heißen, um sich zu profilieren - werde es mit ihm nicht geben. Man werde aber «sehr genau beobachten, wie die SPD mit ihrer absoluten Mehrheit umgeht». WOLFGANG HÄNDEL 

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