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Die Fürther löchern FW-Spitzenkandidat Hubert Aiwanger

Der Landesvorsitzende der Freien Wähler stellt sich in der Wahlarena dem Publikum - 04.10.2018 21:03 Uhr

Gleich geht’s los: BR-Chefredakteur und Moderator Christian Nitsche (links) begrüßt Hubert Aiwanger in der Fürther Wahlarena. © Foto: Thomas Scherer


Was sich wie ein roter Faden durch den Abend zieht: Hubert Aiwanger setzt Spitze um Spitze gegen die CSU und Markus Söder – koalieren will er mit den Christsozialen dennoch, sollten diese ihr Ziel der absoluten Mehrheit verfehlen. Und danach sieht es aus, wenn man den Umfrageergebnissen gut eine Woche vor der Landtagswahl Glauben schenken darf. Der Landesvorsitzende der Freien Wähler in Bayern macht in Fürth klar, worum es ihm geht: "Nicht Hauptsache Minister, Hauptsache den Söder auf die richtige Spur bringen."

In Sachen Zuwanderung ist Aiwanger schon mal ziemlich nahe dran an der CSU. Einem Unternehmer, der sich mehr Zuwanderung wünscht, entgegnet Aiwanger: Zunächst müsse man heimisches Personal besser ausbilden. Zuwanderung, so stellen sich das die Freien Wähler vor, solle es nach kanadischem Vorbild geben: durch qualifizierte Arbeitskräfte. Bislang seien zu viele Analphabeten und Migranten mit falschen Papieren gekommen.

Spott für Söders Mondfahrt

Eine Zuschauerin, die beruflich ausländische Berufsabschlüsse anerkennt, will das so nicht stehen lassen: Viele Menschen aus Syrien hätten eine sehr gute Ausbildung. Bei ihrer Frage, wie viele Analphabeten denn eingereist seien, kommt der 47-Jährige ins Schwimmen. Das wisse er auch nicht, räumt er ein, das Publikum lacht.

Aiwanger hingegen lacht über das Raumfahrtprogramm des Ministerpräsidenten: "Markus Söder fliegt zum Mond und hat auf der Erde noch nicht mal die Glasfaserkabel verlegt." Auch beim Thema Wohnen grenzt er sich von der CSU ab: Söder wolle in den Großstädten mehr Wohnungen bauen, die FW hingegen auf dem Land. "Dann bleiben die Leute da und wir nehmen Druck von den Städten." Den enormen Flächenverbrauch in Bayern kritisiert er heftig.

Bisweilen schwammig

In der Bildungspolitik hält der gelernte Landwirt die Umschulung von Gymnasiallehrern für einen Fehler. Für das G 9 fordert er die Wiedereinführung der Leistungskurse, um die Naturwissenschaften zu stärken. Um dem Lehrermangel an den Grundschulen entgegenzuwirken, seien höhere Einstiegsgehälter notwendig.

Von den gut 100 Bürgerinnen und Bürgern in Fürth wird Aiwanger teils heftig gefordert, immer wieder haken die Studiogäste nach. Manchmal bleiben Aiwangers Antworten schwammig, deutlich erkennbar aber ist sein Wille zur Macht: BR-Moderatorin Franziska Storz fragt Aiwanger gegen Ende, ob er "Landwirtschaftsminister oder Was-mit-Internet-Minister" werden wolle. Aiwanger löst das geschickt: "Da kann man beides miteinander kombinieren, etwa in einem Heimatministerium."

Aiwanger macht jedenfalls klar, dass er für eine andere Koalition als mit der CSU nicht zur Verfügung stehe. Auf die Frage "Also mögen Sie Herrn Söder doch?" antwortet Aiwanger aber wieder mit Nein. Im Publikum sorgt er damit für Heiterkeit.

fn

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