Die Liberalen setzen grüne Zeichen

10.4.2011, 19:00 Uhr
Fürth soll grüner werden, finden die Liberalen. Zum Baumpflanzen mit Pressefotograf rückt die Parteispitze geschlossen an. Von links: Norbert Eimer, Inge Groß, Hans Lotter, Kurt Scherzer und Herbert Jungkunz.

© Meyer Fürth soll grüner werden, finden die Liberalen. Zum Baumpflanzen mit Pressefotograf rückt die Parteispitze geschlossen an. Von links: Norbert Eimer, Inge Groß, Hans Lotter, Kurt Scherzer und Herbert Jungkunz.

Diese Zahlen finden sich in einer Studie des Stadtentwicklungsamtes, die im April 1986 vorgelegt wird. Dennoch bleiben Fragen offen. Die FN schreiben: „Es ist schon erstaunlich, dass insgesamt ein Drittel der Bevölkerung in den letzten sechs Jahren ausgewechselt wurde.“ Weiterhin bemerkenswert: Die Fürther flüchten offenbar in den Landkreis, wohingegen vermehrt Nürnberger nach Fürth kommen. Daraus schließt das Amt, dass „Fürth offensichtlich eine glückliche Mittellage zwischen großstädtischem und ländlichen Wohnen bietet“.

Nicht erfasst in der Statistik sind jene sieben Katzen, die in diesen Tagen auf unerklärliche Weise auf der Hardhöhe verschwunden sind. Die Anwohner vermuten, dass Kriminelle die Katzen abgepasst haben, um sie an Versuchslabore zu verkaufen. Die Polizei hält das für übertrieben. Der FN-Berichterstatter versucht derweil verzweifelt zu vermeiden, dass das Wort Katze in jedem zweiten Satz seines Artikels auftaucht. Umschreibungen müssen her! Wie diese: „Auf der Hardhöhe sollen insgesamt sieben der schnurrenden Freunde des Menschen verschwunden sein.“

Es ist keine gute Zeit für Tiere. Beim Zirkus Althoff, der gerade in Fürth Station macht, verenden innerhalb weniger Stunden drei wiehernde Freunde des Menschen. Der Zirkusdirektor ist fassungslos, denn Tarzan, Pascha und Pinto sind seine drei besten Dressurpferde. Eine Obduktion soll die Todesursache klären. Viele Fürther sind gerührt, einige starten sogar eine Spendenaktion.

Inmitten dieser Tragödien gibt es auch gute Nachrichten. In der Hallstraße sieht ein Passant ein Kleinkind auf einem Fensterbrett im ersten Stock eines Hauses sitzen. Geistesgegenwärtig bleibt er stehen. Kinder dieses Alters, das ahnt er offenbar, sind unberechenbarer als die Atompolitik der heutigen Bundesregierung. Und tatsächlich: Das Mädchen, auf das eigentlich der neunjährige Bruder aufpassen soll, weil die Mutter kurz mal einkaufen gegangen ist, springt. Der Mann fängt es auf.

Noch mehr positive Schlagzeilen: Die FDP pflanzt zwei Bäume in der Königstraße. Mit der Besinnung auf grüne Themen sind die Fürther Liberalen ihren Parteifreunden genau 25 Jahre voraus.

Zum Pressetermin mit Schäufelchen erscheint die geballte FDP-Prominenz der Kleeblattstadt: der Bundestagsabgeordnete Norbert Eimer, die Stadträte Inge Groß und Herbert Jungkunz, der frühere Stadtrat Hans Lotter sowie Altoberbürgermeister Kurt Scherzer.

Nicht von der FDP, sondern von der CDU ist Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth. Anlässlich des Weltgesundheitstages ruft sie die Deutschen dazu auf, gesünder zu leben. Die FN hören sich in der Stadt um, ob die Fürther überhaupt wissen, dass Weltgesundheitstag ist. „Ich habe es heute Morgen erfahren und mir trotzdem meine Frühstückszigarette angezündet“, sagt eine 31-jährige Lehrerin. Ein 51-Jähriger schimpft über die landläufige Meinung „schlanke Menschen sind gesund, dicke krank“. Dabei, so der Mann, habe doch schon Cäsar gesagt: „Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein.“
 

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