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Die Schwaben sind zurück in Fürth

In der Traditionsgaststätte in der Otto-Seeling-Promenade herrscht wieder Leben - 22.03.2013 16:00 Uhr

Bernd Hausner und Sarah Stutzmann — beide bekannt aus der „Bar“ in der Gustavstraße — punkten nicht nur mit Schweinebraten und Brotzeiten. In einem anderen Teil des Lokals kann man in die 60er Jahre reisen. © Burghardt


Einen echten Schwaben – so viel sei vorab gesagt – sucht man unter den neuen Wirten vergeblich. Sarah Stutzmann (32) und Bernd Hausner (52) sind waschechte Franken. Seit genau 20 Jahren betreibt Hausner bereits die „Bar“ in der Gustavstraße, seit zehn Jahren ist dabei Stutzmann seine rechte Hand.

„Wir wollten beide gern ein paar neue Ideen verwirklichen“, sagt Stutzmann über die Lokal-Expansion. „Und weil unsere Zusammenarbeit so gut läuft, dachten wir uns: Warum nicht weiterhin als Team?“ Gemeinsam haben sie in den vergangenen drei Monaten im Erdgeschoss des 1885 erbauten Gebäudes gründlich renoviert.

Seit Anfang März ist nun wieder geöffnet – und das Fürther Traditionslokal, bereits 1888 wurde hier erstmals Bier ausgeschenkt, zeigt sich in einem angenehmen Mix aus Nostalgie und Kreativität. So teilt sich der große Gastraum in drei Bereiche mit unterschiedlichem Ambiente auf.

Gleich nach dem Eingang betritt man das fränkische Speiselokal, gefolgt von einem etwas größeren Saal, den die neuen Wirte auch als Tagungsraum oder für Geburtstagsfeiern vermieten. Im hinteren Bereich des Lokals macht man dann eine kleine Zeitreise zurück in die 1950er und 60er Jahre.

„Ich bin ein totaler Fan dieser Zeit“, schwärmt Stutzmann. In Schalensitzen und an kleinen Diner-Tischen können die Gäste aus der abwechslungsreichen Speise- und Getränkekarte der Sieben Schwaben wählen.

Dabei ist das Aushängeschild der Gaststätte der täglich frische Schweinebraten für 7,90 Euro. Für den kleinen Hunger gibt es gleich mehrere Brotzeiten für weniger als 5 Euro, zum Beispiel selbstgemachten Obatzdn oder reich garnierte Wurstbrote. Am Sonntag stehen auch Schäufele für 9,60 Euro und Rouladen für 8,50 Euro auf der Speisekarte.

Neben all den fränkischen Leckereien setzt Stutzmann auch noch andere Akzente. „In vielen fränkischen Lokalen fehlt eine Auswahl an vegetarischen Speisen“, erklärt sie. „Diesen Fehler wollten wir nicht machen.“ So kommen Freunde der fleischlosen Küche dank wechselnder Gerichte wie Reis mit gegrilltem Gemüse und einer Auswahl verschiedener Suppen ebenfalls auf ihre Kosten. Außerdem sollen einige schwäbische Gerichte wie Käsespätzle und Maultaschen an den Traditionsnamen der Gaststätte erinnern. Eines haben alle Speisen gemein: Die Zutaten stammen von regionalen Betrieben.

Sitzt man im Schankraum, wandert der Blick des Gastes fast zwangsläufig nach oben. Die bemalte und mit Schnitzereien verzierte originale Holzdecke ist beeindruckend und erzählt mit ihren Bildern die eine oder andere Geschichte aus dem vorletzten Jahrhundert.

Eine Überraschung halten die Wirtsleute für ihre Gäste außerdem auf den Toiletten bereit, die weit mehr sind als einfach nur das stille Örtchen. Hier hat besonders Hausner seine Kreativität spielen lassen und die Räume sehr wohnlich und mit einigen Relikten aus dem Keller des Hauses gestaltet. Soviel sei gesagt: Beim ersten Besuch werden sowohl Männer als auch Frauen staunen.

Mehr Informationen über die sieben Schwaben in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

FLORIAN BURGHARDT

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