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Diskussionsrunde: Fürther Radwege auf dem Prüfstand

Fahrradclub bangt um das Budget - Diskussion über Ausbauprojekte - 20.10.2015 05:58 Uhr

Mehr Komfort zwischen Stadeln und Mannhof: Hier wird der Fuß- und Radweg verbreitert.

18.10.2015 © Hans-Joachim Winckler


Während in Nürnberg immer noch um die Öffnung des Hauptmarktes für den Radverkehr gerungen wird, ist in Fürth die Generaldebatte über das Miteinander von Fußgängern und Radlern nach den guten Erfahrungen mit der zeitweisen Öffnung der Fußgängerzone für den Radverkehr und der Aufgabe der Trennung der Verkehrsgruppen am Ulmenweg weitgehend ausgestanden.

So kann sich die Diskussion wieder auf die eigentlichen Verkehrsfragen konzentrieren. Ein weiteres Plus besteht in der finanziellen Absicherung: 120.000 Euro jährlich stellt die Kommune für den Ausbau von Radwegen zur Verfügung. Was nicht ausgegeben wird, kann später eingesetzt werden. Hinzu kommen 20.000 Euro zur Erneuerung alter Einrichtungen, etwa der Beschilderung.

Die Befürchtung des ADFC-Kreisvorsitzenden Olaf Höhne, dass die Stadt mit Rücksicht auf den 50 Millionen Euro teuren Neubau der Zirndorfer Brücke kein Geld mehr für Radwege übrig haben könnte, teilt Verkehrsplaner Benjamin Hartung deshalb nicht. Auch heuer wächst die Reserve, da nicht alle Vorhaben termingerecht realisiert werden können. Weil Baustellen die Arbeiten blockierten, werden etwa die Lücken im Radwegenetz am Europakanal erst nächstes Jahr geschlossen. „In der kalten Jahreszeit übernehmen die Baufirmen keine Gewährleistung für die Haltbarkeit von Markierungen“, erklärt Hartung.

Aktuelle Projekte

Dafür könnten mit etwas Glück heuer noch die Schieberinnen an den Treppen des Osttunnels am Fürther Hauptbahnhof angebracht werden. Eine weitere Verbesserung zeichnet sich zwischen Stadeln und Mannhof ab, wo im Anschluss der Kanalerneuerung ein ausreichend breiter Radweg am Rand der Fahrbahn Richtung Stadeln hergestellt wird. Auf der Fahrbahn Richtung Mannhof soll zudem ein gestrichelter „Schutzstreifen“ für Radler markiert werden.

Zwischen Wachendorf und dem Bahnübergang Wachendorfer Weg werden die Radler nach Fürth von dem nach Banderbach abbiegenden Radweg auf die Straße geleitet. Hier kommen sie den schnell fahrenden Autos in die Quere.

18.10.2015 © Thomas Scherer


Gut voran kommt laut Hartung auch die Planung zur Verbreiterung des Pegnitztalwegs zwischen Röllingersteg und Karlsteg. Ein Projekt, das in den Prioritätenlisten des ADFC ganz oben steht. Es ist Teil der Verbindung zwischen Nürnberg und Erlangen.

"Immer wieder hupen Fahrer"

Auf eine weitere neuralgische Stelle haben Radler im Landkreis aufmerksam gemacht: Beim Ausbau des Radwegs zwischen Wachendorf und Weiherhof wurde versäumt, einen sicheren Zubringer zur Straße nach Oberfürberg herzustellen. Aus Wachendorf kommende Radler werden in Richtung Fürth vor dem Abzweig nach Weiherhof und Banderbach unvermittelt auf die Landstraße gelotst, wo die Autos mit bis zu 100 Km/h unterwegs sind. „Immer wieder hupen Fahrer einbiegende Radler an, weil sie nicht verstehen, weshalb diese den Radweg verlassen“, schimpft Höhne.

Eine rasche Problemlösung zeichnet sich nicht ab, weil an dieser Stelle mehrere Kommunen zusammenarbeiten müssen: Fürth, Zirndorf und Cadolzburg. Außerdem das Staatliche Bauamt und der Landkreis, die für die Straße zuständig sind, und die Bahn, zu deren Hoheitsbereich der nahe Bahnübergang zählt.

Die Radler fordern eine Fortsetzung des Radwegs über die Einmündung der Straße nach Weiherhof hinaus bis zum Bahnübergang. Hartung möchte den Radweg noch ein Stück weiter ziehen, um den Anschluss zu einem als Radtrasse nach Hiltmannsdorf ausgewiesenen Waldweg zu bekommen. Eine Realisierung kann er sich nur abschnittsweise vorstellen, da auch die Problematik der starken Böschung am Straßenrand bewältigt werden müsse.

Mehr Stellplätze?

Verbessert wird die Stellung der Radler in Fürth auch im sogenannten ruhenden Verkehr, also bei den Stellplätzen. Wie in Erlangen und Nürnberg längst üblich, werden in der am 23. September novellierten Fürther Stellplatzsatzung erstmals auch Nachweise für Fahrradstellplätze bei öffentlich subventionierten Mietwohnungen, Verkaufs- und Versammlungsstätten, Gaststätten, Kirchen, Büros und Dienstleistungseinrichtungen gefordert.

Für komfortables Parken im öffentlichen Straßenraum hat sich die Stadt auf Empfehlung des ADFC für einheitliche Systemständer entschieden, die flächendeckend installiert werden sollen. Es gibt sie bereits beim Südausgang des Hauptbahnhofs in der Ludwigstraße und in der Gustavstraße. Weitere sind laut Hartung unter anderem auch am Hornschuch-Center und an der Neuen Mitte vorgesehen.

Volker Dittmar

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