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Mittwoch, 16.10.2019

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Durchbruch für Ärtzehaus am Bahnhofplatz

Großprojekt ist in trocknen Tüchern - Das Kooperationsmodell von Fürther Ärzten ist landesweit einzigartig - 04.11.2009

Noch in diesem Monat sollen die Bagger auf dem Grundstück neben der Dresdner Bank am Fürther Bahnhofplatz anrücken. Die Bodenuntersuchungen sind bereits abgeschlossen. Im Hintergrund das Bahnhofcenter. © Thomas Scherer


Der Bau soll noch in diesem Monat beginnen. Die zweieinhalbjährigen Verhandlungen mit Fürther Ärzten sind abgeschlossen, erklärt Projektplanerin Angelika Knöckel auf Anfrage der Fürther Nachrichten. Landesweit stuft sie das Vorhaben in dieser Größenordnung beispiellos.

Durch die Vernetzung der beteiligten Praxen können teure Doppeluntersuchungen vermieden werden. Weiterer Vorteil: gemeinsam sind die Ärzte in einer viel besseren Verhandlungsposition gegenüber den Kassen. Wichtig war es der Planerin, dass alle Mediziner aus Fürth kommen. Knöckel: «Alles andere hätte nur Konfliktpotenzial heraufbeschworen.»

Im Mittelpunkt stehe die Kooperation – auch mit externen Einrichtungen wie dem Fürther Klinikum. Dazu gehöre zum Beispiel die pränatale Diagnostik bei Schwangeren in Ergänzung des Klinik-Angebots. Das Ärzteforum sei zudem so konzipiert, dass es sich untereinander gut ergänzt.

Zwei Operationssäle

Im Erdgeschoss über der zweistöckigen Tiefgaragen mit rund 180 Stellplätzen sind medizinische Dienstleister wie Apotheke, Hörgeräteakustiker und Sanitätsgeschäft untergebracht. Außerdem ein Restaurant. Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen, Hebamme und Hautarzt teilen sich den ersten Stock mit zwei auch den anderen Ärzten im Haus zur Verfügung stehenden Operationssälen. Die Unfallambulanz hat eine separate Zufahrt von der Gebhardtstraße aus.

Internisten, Kinderarzt, ein Institut für Schnittbilddiagnostik (Röntgenärzte), Betriebsmediziner und ein Vortragsraum mit Lehrküche sollen im zweiten Stock angesiedelt werden. Im Stockwerk darüber haben Physikalische Therapie mit Trainingseinrichtungen, eine HNO-Praxis, ein Zahnarzt und ein Neurologe Platz. Dass durch die Konzentration der Praxen andernorts Versorgungslücken entstehen, glaubt die Planerin nicht. Schließlich kämen alle Ärzte aus Citylagen.

Konkurrenz rudert

Während das Ärztehaus am Bahnhofplatz auf der Zielgeraden angelangt ist, rudert die Konkurrenz noch heftig. Dazu gehört ein von Sontowski & Partner an der Kapellenstraße nahe der Flutbrücke geplantes Ärztehaus mit 3250 Quadratmetern. Auch hier wird die Fertigstellung im Jahre 2011 angepeilt. Baubeginn soll im ersten Quartal nächsten Jahres sein. Anders als im Fall des Facharztforums am Bahnhofplatz ist das Grundstück jedoch noch nicht erworben. Es gehört der infra Fürth. Für die geplanten 2800 Quadratmeter Mietfläche gibt es nach Angaben des Investors bereits sieben Interessenten. Auch dieses Projekt sieht eine Apotheke, ein Sanitätshaus und weitere gesundheitsnahe Dienstleister vor. Mitarbeitern und Patienten sollen eine Tiefgarage mit 43 Stellplätzen sowie weitere Parkplätze vor dem Gebäude zur Verfügung stehen.

Einsparpotenziale werden hier wie am Bahnhofplatz in der gemeinsamen Nutzung teurer medizinischer Geräte gesehen. Als Pluspunkt wertet der Investor des Projekts an der Kapellenstraße die Nähe zum Klinikum.

Im städtischen Wirtschaftsreferat werden beide Standorte als geeignet eingestuft. Allerdings gibt Stadtentwickler Stefan Röhrer zu bedenken: «Der Ärztemarkt ist begrenzt». Auch im Stadtplanungsamt wird es als eher unwahrscheinlich eingestuft, dass beide Ärztehäuser auf Dauer nebeneinander bestehen können. Erst heuer ist schließlich im Kopfbau des ehemaligen Carrera-Geländes ein kleines Ärztehaus mit 800 Quadratmetern eröffnet worden

Volker Dittmar

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