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Freitag, 18.10.2019

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Ein Neuanfang für Bayerns ältestes Parkhaus

Central-Garage: Wohnungen und Gewerbeflächen sind geplant - 2003 fuhr der Autoaufzug zum letzten Mal - 15.11.2007

Frühestens ab Mitte 2008 will die P & P-Wohnbau die Central-Garage in der Mathildenstraße sanieren. In Planung ist auch, ein weiteres Stockwerk aufzusetzen, um einen bündigen Abschluss zum Nachbarhaus zu erreichen. © Winckler


Das Haus ist ohne Zweifel ein Blickfang. Wer die Mathildenstraße entlang in die Fußgängerzone läuft, kommt zwangsläufig an dem markanten Altbau mit dem kleinen Ecktürmchen vorbei. Bis zum Jahr 2003 beherbergte er ein Parkhaus. Mit einem Aufzug beförderte Ex-Betreiber Peter Fasig die Wagen von bis zu 70 Stammkunden in die oberen Geschosse.

Ein Parkhaus mit Aufzug. Fasigs Großvater hatte diese Idee 1928 aus den Staaten mit nach Fürth gebracht. Gut 70 Jahre lang war es ein Erfolgsmodell. Seit vier Jahren ist das Haus verwaist. Einzig im Erdgeschoss hält ein Ein-Euro-Shop die Stellung. Doch nun zeichnet sich eine neue Nutzung ab. Wie berichtet, hat die P & P-Wohnbau das Gebäude vor rund vier Wochen erstanden.

«Der perfekte Schlusspunkt»

Die Firma mit Sitz in Fürth hat bereits reichlich Erfahrung in der Sanierung alter Gebäude gesammelt und ist unter anderem für den Kasernenkopfbau im Südstadtpark und das Ex-Carrera-Gelände verantwortlich. Und für das ehemalige Ottoschulhaus. Das heute so genannte Stadtpalais mit über 40 Wohnungen liegt direkt gegenüber der Central-Garage.

Michael Peter, Geschäftsführer von P & P-Wohnbau, räumt ein, dass er schon während der Arbeiten an der Ex-Schule ein Auge auf das Gebäude geworfen hatte. Nach dem Stadtpalais, der Sanierung der Fußgängerzone und dem Neubau des Parkhauses in der Mathildenstraße wäre die Sanierung der Central-Garage, so Peter, «der perfekte Schlusspunkt für das Eck».

Noch stehen die Planungen am Anfang, doch ein paar Gedanken hat sich Peter schon gemacht. Im Erdgeschoss Gewerbe. Vermutlich Ladenflächen. Alteingesessene Fürther Unternehmen hätten bereits Interesse signalisiert. In Stock eins und eventuell auch zwei seien Büroräume vorstellbar. Und ganz oben Wohnungen. «Das werden sicher nicht mehr als zehn», sagt er. Eine «echte Herausforderung» werde es, für ausreichend Tageslicht zu sorgen, weil das Haus von zwei Seiten eingebaut ist. Peter spielt mit dem Gedanken, einen Lichtkanal wie einen kleinen Innenhof in der Mitte des Gebäudes einzuziehen.

Auf das Dach der Garage soll noch ein weiteres Stockwerk gesetzt werden, um einen «bündigen Abschluss» zum Nachbargebäude zu erreichen, dessen Brandschutzwand die Garage derzeit überragt. Für die kleine Freifläche Ecke Mathilden-/Ottostraße sei eine Begrünung denkbar oder eine «transparente Bebauung» mit viel Glas.

Markante Elemente des Gebäudes will Peter nach Möglichkeit erhalten. Etwa das Türmchen und die lang gezogenen Fensterschlitze. Genaueres wird sich in der Planungsphase ergeben, die jetzt anläuft. Frühestens Mitte 2008 sei an Bauarbeiten zu denken. Abbrechen müsse man nicht viel. Die Garage sei schließlich nicht mehr als ein Hohlkörper mit Stützen. Peter ist vom Erfolg des Projekts überzeugt: «Wir halten die Ecke für eine strategisch wichtige Lage in Fürth.»

Dieser Meinung ist auch Baureferent Joachim Krauße. Nach seinen Worten handelt es sich um den «zentralen Zugang zur Innenstadt. Das Haus schreit geradezu nach einer Wiederbelebung». Das Engagement von P & P-Wohnbau ist laut Krauße auch eine Folge der städtischen Investitionen, etwa in die Fußgängerzone. «Dort, wo die Stadt etwas baulich aufwertet, bewegen sich auch private Eigentümer.» Krauße ist schon gespannt auf Peters Ideen: «Wir würden natürlich gerne etwas sehen, das gut zum Ottoschulhaus passt.»

Johannes Alles

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