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Dienstag, 16.07.2019

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Ein Treffpunkt für ganz Weiherhof

Haus aus dem 18. Jahrhundert als beliebtes Begegnungszentrum - 14.06.2019 16:00 Uhr

Neuer Glanz: Blick auf den Begegnungstreff der Awo nach der Sanierung der Frontseite in diesem Jahr. © Foto: Übler


Die Awo-Begegnungsstätte ist noch jung, verglichen mit dem Haus, in dem man sie findet: Das Gebäude am Dorfplatz mit der Nummer 6, erbaut im 18. Jahrhundert, gehört zu den ältesten in Weiherhof. Mehrfach hat es schon den Besitzer gewechselt. In den engen Räumen wohnten zeitweise bis zu vier Familien auf zwei Ebenen.

Im Jahre 1987 erwarb die Arbeiterwohlfahrt das Anwesen. In zweijähriger Arbeit wurde es umgebaut. Viele Mitglieder und Freunde halfen mit, auch Handwerker leisteten unentgeltlich Unterstützung. Ludwig Schmidt, der damalige Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Zirndorf-Weiherhof, war ein geschickter Verhandler, daher gab es von den Lieferanten nicht nur Material zu günstigen Preisen, sondern auch großzügige Spenden.

Altes Gebälk blieb erhalten

Im ehemaligen Viehstall entstanden Toiletten, eine Küche und ein Lagerraum. Wo sich früher Wohnräume befanden, wurden Wände für einen Veranstaltungssaal entfernt. Das alte Gebälk konnte erhalten werden.

Im Sommer 1989 wurde die Begegnungsstätte offiziell eingeweiht. Viel Prominenz kam zum Dorfplatz. Bürgermeister Virgilio Röschlein, Landrat Dietrich Sommerschuh, Vertreter der Ortsvereine sowie der Sparkasse brachten gefüllte Umschläge mit. Auch Stadt- und Kreisräte sowie die Pfarrer würdigten die neue Einrichtung. Weil das Wetter mitspielte, feierte man auch vor dem Haus. Die Begegnungsstätte stand nicht nur den damals 300 Mitgliedern des Ortsvereins, sondern der gesamten Bevölkerung offen. Das Veranstaltungsprogramm war für viele so attraktiv, dass sich die Mitgliederzahl im Laufe der Jahre auf mehr als 500 erhöhte.

Inzwischen ist das Programm ausgebaut worden. Es finden Computer- und Malkurse statt, beim Mittagstisch gibt es frisch gekochte Mahlzeiten, beim Kaffeeklatsch leckere Kuchen und Torten. Das Kulturprogramm bietet Reiseberichte, Vorträge und Lesungen. Aktuelle Fragen zur Umwelt und zur Nachhaltigkeit sowie zu sozialen Themen werden diskutiert. Und sogar Trauungen sind im Haus möglich. Mitarbeiter des Zirndorfer Standesamts kommen dafür extra in die Begegnungsstätte. Auch für private Feiern kann man das Haus mieten.

Als die Weiherhofer Hauptstraße und der Dorfplatz saniert wurden, entdeckte der Weiherhofer Steinmetz Stefan Greger, dass sich unter dem Verputz an der Frontseite der Begegnungsstätte ein morsches Fachwerk befindet.

Nur verputzt bekannt

Das war auch den älteren Weiherhofern nicht bekannt, und auch alte Fotografien zeigten das Haus immer voll verputzt. Der Steinmetz riet zur Sanierung und bot seine Hilfe an. Zusammen mit dem Oberasbacher Zimmermeister Hans Kolb entfernte er schrittweise Steine und kaputte Holzbalken, nachdem der Verputz abgeschlagen war. Der Zimmerer setzte ein neues Fachwerk ein, der Steinmetz füllte es mit Natursteinen aus.

Die Bevölkerung konnte den Fortschritt der Arbeiten im unteren Bereich der Hausfront beobachten. Um den oberen Bereich kümmerte sich der Malermeister Wolfgang Heinicke. Er erneuerte den Verputz mit atmenden Materialien und verpasste dem Haus einen frischen Anstrich. Zum 30-jährigen Jubiläum erstrahlt die Begegnungsstätte nun im neuen Glanz.

Am Samstag, 29., und Sonntag, 30. Juni, feiert der Awo-Ortsverein das 30-jährige Bestehen der Begegnungsstätte mit einem Fest am Dorfplatz. 

Klaus Übler

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