Eine Liebeserklärung ans heimische Obst

17.10.2011, 11:00 Uhr
Überall Äpfel: Andrang herrschte am Sonntag nicht nur am Stand dieser Händler aus Mosbach bei Markt Erlbach.

Überall Äpfel: Andrang herrschte am Sonntag nicht nur am Stand dieser Händler aus Mosbach bei Markt Erlbach. © Mark Johnston

Öhringer Blutstreifling und Teuringer Rambur — für alte Apfelsorten wie diese hat Dieter Speer ein Faible. Der Biologe will den Menschen, die sich gerade am Stand vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken drängen, einimpfen, ihr Obst regional zu kaufen. Nur so könne man die Streuobstwiesen erhalten, die nicht nur unsere Landschaft prägen, sondern auch vielen Tierarten einen Lebensraum bieten. „Von Fledermaus bis Schmetterling“, sagt Speer.

Dass es immer weniger Streuobstwiesen gibt, weiß auch Günter Rammig, der jedes Jahr aus Uehlfeld zum Apfelmarkt fährt: „Bei uns draußen hatten wir früher etliche, jetzt sind es noch zwei.“ Vielen Landwirten sei es zu lästig geworden, mit den Mähdreschern die „verstreut“ auf den Wiesen stehenden Bäume zu umkurven. Zum Apfelmarkt kommt Rammig immer wieder gerne — auch, weil er hier die Gute Luise kaufen kann, die Lieblingsbirne seiner Mutter. „Sie kennt die von früher“, sagt er, „aber im Geschäft kriegt man die kaum noch.“ Veranstalterin Monika Preinl vom städtischen Amt für Umweltplanung ist ganz begeistert vom Besucheransturm. „Das sind Tausende, ich bin total zufrieden.“ 42 Anbieter haben ihre Stände aufgebaut. Es gibt wieder alles rund um den Apfel — und vieles zum Probieren. Marmelade etwa, umschwirrt von den letzten Wespen dieses Jahres. Auch Kunsthandwerker sind vertreten, und Kinder können malen, basteln, spielen.


Zum Apfelbutzenwettbewerb ruft die Schule der Phantasie. Die Teilnehmer dürfen erst mal kräftig zubeißen und sich dann einen passenden Namen für das Überbleibsel ausdenken, erläutert Roland Schamberger. Der „Nimmersatt“ gewinnt schließlich die Runde. Welche Apfelsorte Schamberger da in der Holzkiste hat, weiß er gar nicht. Die Früchte kommen über persönliche Kontakte aus Baden-Württemberg. „Wir könnten das schon herausfinden, auf dem Markt ist ja auch ein Pomologe“, sagt er augenzwinkernd, „aber da stehen mir zu viele Leute an.“ 
 

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