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Montag, 20.05.2019

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Elterninitiative sucht einen Montessori-Standort in Fürth

Privatschule soll eine Lücke füllen - 26.04.2019 06:00 Uhr

Sie wollen in der Stadt oder im Landkreis Fürth eine private Montessori-Grundschule einrichten: Victoria Loebermann-Fickl (von links), Stefan Fickl, Franziska Heyder und Nina Wibmer von der neuen Montessori-Initiative Fürth. © Claudia Freilinger


Die Mütter und Väter haben eine gemeinnützige Organisation gegründet, die sich einen Schulstart im September 2020 zum Ziel setzt. "Wir möchten neben unseren eigenen Kindern vielen weiteren Familien eine Alternative zum Regelschulsystem bieten", sagt die Vorsitzende Victoria Loebermann-Fickl.

Die 36-Jährige ist Montessori-Lehrerin in Erlangen und befindet sich gegenwärtig in Elternzeit. Sie würde die erste Lerngruppe mit 16 Kindern unterrichten. Jedes Jahr soll die private Schule dann um eine Gruppe wachsen – zunächst einmal, bis sie als Grundschule vier Klassen der so genannten Primarstufe mit 96 Kindern umfasst.

Fürths Schulreferent Markus Braun freut sich über die Initiative: "Wir sehen sie als Bereicherung unserer Bildungslandschaft." Die Stadt hat gute Gründe, die engagierten Eltern zu unterstützen.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Geburten in Fürth stetig geklettert. Entsprechend steigen natürlich auch die Schülerzahlen. Vor 2018 gab es laut Braun meist etwa 900 bis 950 Erstklässler, im vergangenen Jahr waren es über 1000. "Wir rechnen mit einem Plus von insgesamt 500 Grundschülern bis 2024/25", berichtet er. "Und diese Entwicklung hat schon angefangen."

Nachfrage übersteigt das Angebot

In den Montessori-Schulen im Umkreis – egal ob in Nürnberg, Erlangen oder Herzogenaurach – übersteigen die Anmeldungen schon seit langem die Zahl der Plätze.

"Wir leisten der Initiative gerne Starthilfe", versichert Markus Braun. Privatschulen haben in den ersten Jahren nach der Gründung hohe Kosten zu tragen und müssen in Vorleistung gehen, bevor weitere staatliche Zuschüsse fließen. Der Schulreferent kann sich deshalb vorstellen, die Montessori-Schule mit ein bis zwei Klassen zunächst in einem Schulgebäude der Stadt mit unterzubringen – "zu günstigen Konditionen". Zur Auflage macht er allerdings, dass bis dahin ein endgültiger Standort feststeht.

"Wir sind auf der Suche nach einem bestehenden Gebäude oder einem Grundstück und einem Investor", sagt Victoria Loebermann-Fickl. Sie und ihre Mitstreiter beschränken sich dabei nicht auf das Fürther Stadtgebiet, sondern können sich auch vorstellen, in den Landkreis Fürth zu ziehen.

Während die Standort-Suche läuft, arbeitet die Initiative an ihrem detaillierten pädagogischen Konzept. Nach dem Ansatz von Maria Montessori lernen Schüler selbstbestimmt und nach eigenem Tempo. Sie entscheiden, womit sie sich in Freiarbeit beschäftigen, der Lehrer begleitet sie. Auch die Arbeitsmaterialien suchen die Kinder aus. Zur Verfügung stehen beispielsweise Würfel, Perlen, Stäbe zum Rechnen oder Wortsetzkästchen.

Die Grundschüler, die in altersübergreifenden Gruppen lernen, arbeiten zusammen und kontrollieren ihre Ergebnisse – frei nach dem Grundsatz: "Hilf mir, es selbst zu tun".

Weil es sich um eine Privatschule handelt, zahlen Eltern ein Schulgeld und bringen sich durch Mitarbeit ein. Die Höhe des Beitrags für die Einrichtung in Fürth steht noch nicht fest.

Ein erster Info-Abend für Eltern und Interessierte findet am Mittwoch, 29. Mai, um 19.30 Uhr beim Altstadtverein Fürth in der Freibank (Waagplatz 2) statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.montessori-fuerth.de und auf Facebook. Wer bei der Standortsuche behilflich sein kann, meldet sich am besten per Mail direkt: info@montessori-fuerth.de 

Claudia Freilinger

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