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Entscheidung im Fürther S-Bahn-Streit naht

Welche Trasse wird gebaut? Zwei Gerichtsverhandlungen sollen Klarheit bringen - 26.01.2017 06:00 Uhr

Wie die Züge aus dem Fürther Bogen zwischen Hauptbahnhof und Stadeln künftig weiter in Richtung Erlangen rollen, wird sich voraussichtlich in diesem Jahr entscheiden. © Wolfgang Händel


Schon am 23. Februar wird dort darüber befunden, ob die Deutsche Bahn Unterlagen an die Stadt Fürth herausgeben muss, die wichtig für die Bewertung des Konflikts sein sollen. Wie mehrfach berichtet, hatte die Kommune in dieser Angelegenheit den Klageweg beschritten, weil das Unternehmen nach ihrer Ansicht wesentliche Informationen in Bezug auf den Kosten-Nutzen-Faktor und die Umwelteingriffe des S-Bahn-Baus zurückhält.

Diese, glaubt die Stadt, würden klar für die Trasse sprechen, die sie sich wünscht: entlang der schon bestehenden Gleisstrecke zwischen Stadeln und Erlangen. Ein entsprechender Verlauf komme erheblich günstiger, sei wegen des geringeren Flächenverbrauchs ökologisch unbedenklicher und führe zu kürzeren Fahrzeiten.

Die Bahn hingegen pocht auf eine Verlegung der Gleise quer durchs Knoblauchsland mit Schwenk über Steinach – eine Variante, für die sie bereits Baurecht erhalten hatte.

Wer in dieser Grundsatzfrage Recht bekommt, darüber will das Gericht in Leipzig am 24. Oktober entscheiden. Nach Angaben aus dem Rathaus wurden für den Prozess bis zu drei Tage anberaumt. Oberbürgermeister Thomas Jung gibt sich zuversichtlich, dass im Sinne der Stadt Fürth entschieden wird.

Richterspruch im Sinne der Stadt?

Als positives Zeichen wertet er den vorläufigen Stopp des Projekts, den das Bundesverwaltungsgericht schon im Herbst 2014 verfügt hatte. Es folgte damals einem Eilantrag der Kommune, den bereits in die Wege geleiteten Bau der DB-Trasse so lange auf Eis zu legen, bis über die Klage der Stadt dagegen entschieden ist. In Fürth hatte man dies als Zwischenerfolg gewertet, der auch einen abschließenden Richterspruch im Sinne der Stadt wahrscheinlich mache.

Der Rathauschef appelliert vor diesem Hintergrund noch einmal an die Verantwortlichen der Deutschen Bahn, es gar nicht erst zur Verhandlung kommen zu lassen. Er halte es für weit sinnvoller, „die Konfrontation jetzt zu beenden und gemeinsam an einer schnellen, effektiven und günstigen Lösung für die Weiterentwicklung der S-Bahn zwischen Fürth und Erlangen zu arbeiten“. Die Türen bei der Stadt stünden dafür weiterhin offen. 

Wolfgang Händel

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