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Entspannter Polizei-Einsatz auf Fürther Weihnachtsmärkten

Die Sicherheitslage wird als positiv eingeschätzt - 15.12.2019 10:00 Uhr

Präsenz zeigt die Polizei nicht nur auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Auch in Fürth sind viele Ordnungshüter unterwegs, und das nicht nur in Uniform, sondern auch in Zivil. © Foto: Eduard Weigert


Ein Mann in Augsburg, der nach einer Auseinandersetzung mit einem Jugendlichen tot auf der Straße liegt. Ein Polizist im Münchner Hauptbahnhof, den ein Angreifer mit einem Messer schwer verletzt. Es waren diese beiden Ereignisse, die vor einigen Tagen Bestürzung auslösten – und die Frage aufkommen ließ, wie viel Polizeipräsenz im öffentlichen Raum nötig ist, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann reagierte prompt – und ließ die Zahl der Beamten, die derzeit in Innenstädten und auf Weihnachtsmärkten unterwegs sind, erhöhen.

Auch in Fürth ist das nach der Ansage aus dem Innenministerium geschehen. Allerdings: Aufgestockt worden seien die Beamten schon vorher, wie Mark Kohl auf FN-Anfrage sagt. Das sei möglich gewesen, weil man mehr Personal zur Verfügung gehabt habe, so der stellvertretende Leiter der Fürther Polizeiinspektion. Von früh bis spät, in Uniform oder in Zivil, seien seine Kollegen, eine konkrete Zahl möchte Kohl nicht nennen, auf den Weihnachtsmärkten auf der Freiheit sowie auf dem Waagplatz im Einsatz.

Mit Blick auf die abstrakte Terrorgefahr – diese sei nach wie vor überall präsent, konkrete Hinweise für Fürth gebe es allerdings nicht – sollen sie das Sicherheitsgefühl der Marktbesucher erhöhen und potenzielle Unruhestifter abhalten.

"Wir wissen um die Gefährdungslage, möchten uns aber bewusst auch entspannt zeigen", sagt Kohl. Einiges Fingerspitzengefühl sei auf den Weihnachtsmärkten gefragt, weshalb man auch auf martialische Bewaffnung wie etwa Maschinenpistolen verzichte.

Unterstützung bekommen die Beamten von der Sicherheitswacht, die auch in Fürth unterwegs ist und als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Polizei fungiert. Diese Ehrenamtlichen, die bei Problemen ansprechbar sind, im Zweifelsfall aber Hilfe bei den Polizisten suchen, sind während der Weihnachtszeit verstärkt auf den Märkten unterwegs.

Außerdem im Einsatz ist ein privater Sicherheitsdienst, den die Stadt als Marktbetreiber engagiert. Er ist seit diesem Jahr nicht nur nachts vor Ort, um die verlassene Budenstadt auf der Freiheit zu bewachen. Nun patrouillieren zwei Mitarbeiter auch während der Öffnungszeiten über den Markt und haben ein Auge auf das Treiben dort.

Mit dem Sicherheitsdienst und der Polizei sei man vor einigen Tagen erst erneut im Austausch gewesen, um über eine eventuelle Aufstockung auf Anweisung des Innenministeriums zu sprechen, sagt Marktamtsleiter André Hollitzer. Man sei sich aber einig gewesen, dass die bereits getroffenen Maßnahmen ausreichend seien.

Hollitzer schätzt den direkten Draht zur Polizei, um sich schnell auf den neuesten Stand zu bringen oder kurz etwas zu besprechen. Alle Beteiligten empfindet er als gut gewappnet – so weit das eben möglich sei. Zur Abschreckung von Terroristen gibt es seit zwei Jahren, als Reaktion auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz 2016, auch Absperrungen aus Beton zur Friedrich- und zur Schickedanzstraße hin.

Der Einsatz der Polizei, die mit Warnwesten ausgestattet auf den ersten Blick erkennbar ist, kommt übrigens gut an. Diese Rückmeldung erhält jedenfalls Mark Kohl von seinen Leuten. Er führt das darauf zurück, dass die Kollegen "entspannt, aber wachsam", ihren Dienst machen würden.

Bis jetzt scheint diese Strategie auch aufgegangen zu sein. Abgesehen vom Diebstahl eines Geldbeutels und einiger Schnapsflaschen, liest sich die Weihnachtsmarkt-Bilanz bislang sehr gut.

Gwendolyn Kuhn

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