Donnerstag, 01.10.2020

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Felsengänge unter der Neuen Mitte in Fürth?

Auf der Fiedler-Seite sind Bauarbeiter auf einen Hohlraum gestoßen - 13.03.2014 21:00 Uhr

Ein kleines Loch (oben links) erlaubt Passanten den Blick auf den Hohlraum. Ein zweites in der Breitscheidstraße (unten) wird nur für Rohre benötigt.

© Johnston


Von der Friedrichstraße aus ist der Fund, der einige Aufregung verursacht hat, gut zu erkennen: In dem Bereich, in dem das Park-Hotel stand, offenbart ein Loch im Boden der Baugrube, dass sich darunter - unter einer Sandsteinschicht - ein Hohlraum befinden muss. Ein Hohlraum, der den Investor überraschte.

Er ist in keinen Plänen verzeichnet, sagt Maik Mehlhose, Technischer Leiter bei MIB, der inzwischen vermutet, dass sich der Raum noch etwa fünf Meter in Richtung Hallstraße zieht. Bauarbeiter hatten ihn am Donnerstag entdeckt, als sie Vorbereitungen für einen Kran trafen, der hier in der Grube aufgestellt werden soll und dessen Fundament etwas tiefer in der Erde sitzen sollte. Mehlhose schätzt, dass es sich um eine „Grube“ handelt, wie es sie früher gab, um Abfall oder Fäkalien zu entsorgen. Aber, sagt er, „möglicherweise haben wir hier auch den Teil eines Schachts gefunden“.

MIB hat das Landesamt für Denkmalpflege schon verständigt, das auch für Bodendenkmäler zuständig ist und vor einem Jahr die archäologischen Grabungen in Steinach auf der damaligen Höffner-Baustelle veranlasste. Die Experten werden den Untergrund in den nächsten Tagen untersuchen. Sollte es sich „um ein Fundstück von archäologischer Bedeutung handeln“, so Mehlhose, werden die Denkmalschützer den Raum abmessen, kartieren und dokumentieren. Das könnte die Bauarbeiten für die Neue Mitte verzögern. Auf den Erhalt würde das Landesamt indes wohl nur drängen, wenn es den Fund für herausragend hält.

Man könne bislang nicht erkennen, um was für einen Raum es sich handelt, bestätigt auch Baureferent Joachim Krauße. Allerdings seien richtige Felsengänge, die als Kühl- und Lagerräume dienten, meist an Hängen entstanden.

Während die Spekulationen gedeihen, laufen in der Breitscheidstraße die Arbeiten für den Tunnel weiter, der später die beiden Tiefgaragen verbinden soll. Bis Freitag ist die Straße gesperrt. Ein Bohrgerät pflanzt hier 17 Stahlträger in den Boden, zur Absicherung der Baugrube, die ausgehoben werden muss. Wie berichtet, wird in zwei Abschnitten gebaut, damit die Straße passierbar bleibt. Ab Montag - der Durchgang ist dann wieder möglich - beginnt der Tunnelbau auf Höhe des alten Kinos.

Auffällig ist zurzeit außerdem ein tiefes Loch an der Ecke Hallstraße: Weil der Tunnel einen Abwasserkanal kappen wird, werden hier neue Rohre verlegt.
 

Claudia Ziob

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