Film über die Lernwerkstatt: Mit Lust in die Schule

21.5.2017, 18:30 Uhr
Wie und warum ändert sich eigentlich Mode? Unter dem Titel "Zeitreise" interessierten sich Emskirchener Grundschülerinnen auch für diese Frage.

© Medienpraxis Wie und warum ändert sich eigentlich Mode? Unter dem Titel "Zeitreise" interessierten sich Emskirchener Grundschülerinnen auch für diese Frage.

Eine kürzere Fassung des Dreiteilers "Selbstbestimmt und mit Freude lernen – Die Lernwerkstatt" war vorab dort zu sehen, wo gedreht wurde: an der Grundschule Emskirchen (Kreis Neustadt/Aisch—Bad Windsheim). Eineinhalb Jahre haben die Filmemacher Julia Thomas und Thomas Steigerwald die Lernwerkstatt hier begleitet, die, ergänzend zum klassischen Unterricht, das Lernen gezielt zur Sache der Schüler macht. Aufnahmen, die an 20 Drehtagen entstanden, rücken Jungen und Mädchen in den Mittelpunkt, die sich in ebenso eifrige wie ernsthafte Forscher verwandeln.

Jede Klasse kommt mindestens einmal im Schuljahr dran. Drei Wochen widmen sich die Kinder in speziell ausgestatteten Räumen täglich eine Doppelstunde einem grob skizzierten Thema wie "Bauen und Konstruieren" oder "Zeitreise", dem sie in kleinen Teams ungewohnt eigenständig und kreativ auf den Grund gehen. Entwaffnend, wie pragmatisch da schon mal entschieden wird. Drittklässler Vincent: "Der Dreißigjährige Krieg hat ja 30 Jahre gedauert. Da haben wir gedacht, dann machen wir lieber den Zweiten Weltkrieg."

Die Kernfrage, die sich die Kinder stellen, lautet: Was will ich wissen? Ein Forschergrüppchen widmet sich also der Frage, wie Schule früher war, das andere erkundet, wie und warum sich Mode verändert. Lehrer sind da, halten sich aber dezent zurück und erledigen auch Kopierdienste. In der Lernwerkstatt sind sie nicht Wissensvermittler, sondern Lernbegleiter.

In einer Zeit, in der Kinder, wie die Emskirchener Lernwerkstattberaterin Tanja Schedl erklärt, oft "bespielt", "bespaßt", "versportet" würden, gehe ihnen die "Ideensprudelfähigkeit" ab. Sie gelte es neu zu entfachen. Und: Die Kinder dürfen, frei von Notendruck, Know-how zusammentragen, sich ausprobieren, die selbst gehobenen Schätze sortieren und vor der Klasse präsentieren. So wachse Selbstbewusstsein, resümiert Schedl.

In Emskirchen, sagt Julia Thomas, stehe das ganze Kollegium hinter der Lernwerkstatt-Idee. Gefördert wird diese von der Hermann-Gutmann-Stiftung (Nürnberg), die den Film in Auftrag gab und einen "unabhängigen journalistischen Blick von außen auf das Prinzip Lernwerkstatt" wünschte. Die erste Folge wird am Sonntag, 21. Mai, um 19.30 Uhr (und dann nochmal um 21.30 und 23.30 Uhr) im Franken Fernsehen ausgestrahlt, der zweite Teil eine Woche später am 28. Mai und der dritte Teil am 4. Juni. Alle Folgen dauern eine halbe Stunde. Zudem will die Stiftung den Film an Bayerns Schulen kostenlos verteilen, um die Lernwerkstattmethode bekannter zu machen.

Einen Trailer zum Film finden Sie auf YouTube.

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