Freitag, 15.11.2019

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Frau KMD griff in die Tasten

Sirka Schwartz-Uppendieck wurde beim Auferstehungskonzert zur Kirchenmusikdirektorin ernannt - 16.05.2011 15:00 Uhr

Eindrucksvolle Zeugnisse ihres vielseitigen Könnens lieferte Schwartz-Uppendieck mit einem swingenden Choralvorspiel von Thomas Riegler aus dem Jahr 2004 und einer Introduktion von Joseph Haydn im Stil einer dramatischen Opernszene ab. Sie leiteten stimmig zum Kyrie der „Nelsonmesse“ über. Der Toccata fugata ihres Hamburger Orgellehrers Heinz Wunderlich folgte ein virtuoser Reißer zum Abschluss: Haydns brillant gespieltes Klavierkonzert D-Dur.

Als Dirigentin widmete sich Schwartz-Uppendieck der Uraufführung von „Maria Magdalena – drei Klangbilder“ von Eva-Maria Houben auf Texte von Michael Herrschel. Ruhige Klänge prägen dieses Werk, von den beiden Chören gesummt und vom Orchester intoniert. Raffinierte Geräusche der Orgel, dissonante Chorpassagen für einzelne Wörter geben die Stimmung von Karfreitag, Osternacht und vom Licht der Auferstehung wieder – bei einer mehr als halbstündigen Dauer ein doch recht langatmiges und eintöniges Werk.

Einen großartigen musikalischen Glückwunsch für die neue Kirchenmusikdirektorin überbrachten der Konzertchor Nürnberg-Fürth, das KlangKonzepteEnsemble der Neuen Pegnitzschäfer und vier Vokalsolisten unter der Leitung von Christian Gabriel mit der „Missa in angustiis“ („Nelson-Messe“) von Joseph Haydn. Wuchtige Dramatik prägt dieses Werk in allen Teilen. Gabriel ließ Chor und Orchester klanglich auftrumpfen.

Einen kurzen Ruhepunkt markiert der Anfang des Sanctus, ehe im „Pleni sunt coeli“ und der „Hosanna-Fuge“ mit Steigerungen ins Fortissimo die rasante Fahrt weitergeht. Wesentlichen Anteil an dieser eindrucksvollen Wiedergabe hatten die Solisten Irene Kurka und Renate Kaschmieder, die die dramatischen Passagen auch im Wettstreit mit Chor und Orchester überlegen meisterten, Philip Farmant mit lyrisch-geschmeidiger Tenorstimme und Markus Simon mit voluminösem Bass.

Weitere musikalische Glückwünsche überbrachten Posaunist Ralf Bauer und Saxofonist Markus Rießbeck mit dem originellen Stück „Freitag, der 13-Blues“ in typischem Outfit sowie Volker Felgenhauer & Uwe Strübing mit einer vierhändigen Klavierimprovisation. Und am Schluss gab es unter dem Applaus der Zuhörer von Pfarrer Wolfgang Vieweg ein Geschenk zum neuen Titel „Kirchenmusikdirektorin“.

Unter Beifall verlas Kirchenmusikdirektor Ulrich Knörr die vom Leitenden Kirchenmusikdirektor Michael Lochner verfasste Laudatio und übergab die Ernennungsurkunde. Darin werden die Verdienste von Schwartz-Uppendieck um die Kirchenmusik hervorgehoben. Dazu gehören: künstlerisches Orgelspiel, der Arbeitskreis „Kunst und Kirche“, die Pflege zeitgenössischer Musik mit Uraufführungen, Komponistinnenkonzerte, „Wechselklänge-Gottesdienste“ und die Leitung der Fürther Kirchenmusiktage. Dekan Jörg Sichelstiel gratulierte mit einer speziellen Definition des Begriffs „Kirche“.

 

Günter Greb

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