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Freiraum für einen farbigen Neustart

"Was in mir steckt, ist farbig": Künstlerin Regina Kehrer hat sich in Zirndorf niedergelassen - 24.02.2019 12:00 Uhr

Emotional: Regina Kehrer mit ihrer Arbeit „You and me“. © Foto: Fiedler


Ein Ort der Arbeit und Reflexion sollen die sachlichen Atelierräume sein, die Regina Kehrer (67) jüngst eröffnet hat. "Zuhause hätte ich genügend Platz, aber ich will diesen Freiraum, um in Ruhe arbeiten zu können". Tatsächlich sind die Wände gut bestückt. Motive von Landschaften, Häuserzeilen, immer wieder Menschen. Portraits im Ganz-Nah-Modus, Figuren im Farb- und Formenrausch, aber auch reduzierte Darstellungen.

"Ich experimentiere gern", sagt die Künstlerin im Unruhestand. Vorzugsweise greift sie jedoch zur Aquarelltechnik. Das Papier befeuchten, die Farben fließen lassen. Ihre Motive laufen Regina Kehrer quasi über den Weg. Es sind Nachrichten, Fotos aus der Tages- und Magazinpresse, inspirierende Begegnungen mit Menschen. Auch wenn die Bildideen oft von außen zu ihr gelangen, stellt sie sich malend der Seinsfrage. "Wo will ich hin, was ist meine ureigene Kraft?", so schildert sie den schöpferischen Prozess, der sie oft bis in die Morgenstunden wach hält.

Griechisches Schlüsselerlebnis

Noch vor zwei Jahren war Kehrer, die seit 27 Jahren in Ammerndorf lebt, als Lehrerin in der Erwachsenenbildung aktiv. Deutsch für Ausländer, Malkurse an Schulen und Volkshochschulen, sie hat sich vielseitig betätigt nach der Familienphase. Mit den Studiengängen Deutsch, Kunstgeschichte und Kunsterziehung hat die gebürtige Hessin Beruf und Berufung gut in ihrem Lebensprofil vereinen können. "Aber der richtige Wiedereinstieg ins künstlerische Schaffen war vor zehn Jahren", ein Zufall. Bei einem Malkurs in Griechenland trifft sie einen Galeristen aus Paris. Man kommt ins Gespräch. Kehrer schickt Fotos ihrer Arbeiten. Und die passen ins Anspruchsprofil der Galerie in Frankreichs Hauptstadt. Kehrer kann ausstellen, dieser Schritt führt prompt zum ersten Kunstpreis. Mit ihrer klar akzentuierten Interpretation zur Gestalt von Bäumen gewinnt sie den "Prix Monte dei Fiori 2018".

Inzwischen hat sie auch in Venedig und in Galerien der Metropolregion ausgestellt. Und vielleicht, weil ihre Vorbilder Matisse und Twombly heißen und Macke einer ihrer Lieblingskünstler ist, probiert Kehrer zuweilen Unkonventionelles. Manchmal malt sie mit zwei Stiften gleichzeitig, mit je einem in der linken und der rechten Hand. Das Portrait eines jüngeren Mannes ist so entstanden. Schnörkellos und in seiner Reduktion auf die wenigen Linien von tiefen Emotionen getragen. Die Farben Schwarz und Weiß kommen bei Kehrer allerdings selten vor. "Was in mir steckt und den Weg aufs Papier findet, ist doch oft und gerne farbig."

Atelier Regina Kehrer, Hinterm Bahnhof 4 (Raum 19 d), Zirndorf. Infos unter info@regina-kehrer.de 

Petra Fiedler

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