Donnerstag, 25.04.2019

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Fundament für schöne Töne

Die „Lilo Meier Musikschule Fürth Stiftung“ ist an den Start gegangen - 13.05.2014 12:00 Uhr

Lilo Meier war fast drei Jahrzehnte lang in der Wohlfahrtspflege tätig. Nun, mit 89, bedenkt die Zirndorferin die Fürther Musikschule im Südstadtpark mit einer großherzigen Geste. Unser Foto entstand beim Festakt im Konzertsaal. © Horst Linke


Feierliche Klänge im Konzertsaal, zu Händels Klängen hält die Königin von Saba Einzug. Statt eines großen Orchesters musiziert diesmal „nur" das Elisen Quartett, und die Königin von Saba ist eine 89 Jahre alte und für ihr Alter beneidenswert rüstige, wache Dame: Lilo Meier. Und sie schätzt nicht nur Klassik, sie mag auch Jazz, was den Pianisten Budde Thiem samt zwei „Elisen“ zu einer Klassik-JazzFusion von „Down by the Riverside“ animiert.

Von 1950 bis 1977 hatte die Zirndorferin Lilo Meier den Ortsverband der Nürnberger Wohlfahrtspflege geleitet. „Wir waren zum Beispiel am Wiederaufbau der Kaiserstallung auf der Nürnberger Burg beteiligt“, erzählt sie, „und hatten dort, als die meisten Kinosäle noch in Trümmer lagen, Filme gezeigt.“ Ihre Stiftung sollte vor allem Kindern zugute kommen. Aber Musik sollte auch dabei sein. Da blieb nach reiflichem Überlegen eine Institution übrig: die Musikschule Fürth, die als Verein organisiert ist, de facto aber die Aufgaben einer städtischen Musikschule übernimmt und erfüllt. Derzeit bringen 65 Dozenten 1700 Schülern die ersten sowie die anspruchsvolleren Töne bei.

Eine solche Schule, die sich Qualität und Verlässlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, freut sich über jede finanzielle Zuwendung, vor allem aber auch über verlässliche Geldquellen. „Spenden werden schnell verbraucht“, erklärt Musikschulleiter Robert Wagner, „eine Stiftung hingegen bleibt unangetastet und kommt der Einrichtung allein durch ihren Zinsfluss zugute.“

Über die Höhe ihrer Stiftung will Meier keine Angaben machen. Nur soviel: „Meine Stiftung ist noch zu geringfügig, als dass die Musikschule damit etwas anfangen könnte. Aber sie kann etwas damit anfangen, wenn andere Menschen noch ein bisschen dazustiften.“ Die ideelle Seite der guten Absicht betont Fürths Kulturreferentin Elisabeth Reichert: „Es gibt unterschiedlichste Formen von Armut. Finanzielle Armut, Mangel an Bildung, aber auch kulturelle Armut. Manche Eltern gehen mit ihren Kindern nie in ein Museum oder in ein Konzert."

Auch wenn die Musikschule finanziell weniger gut gestellten Eltern mit ihren Preisen für den Unterricht entgegenkomme, müsse die Qualität der Ausbildung gewährleistet sein, betont Schulleiter Wagner. Dies gelte sowohl für die Zuwendung für Kinder aus Brennpunkt-Vierteln, aber genauso für die menschliche Bildung abseits des Musikunterrichts. Und ebenso für die Arbeit mit Senioren und Behinderten. Die Qualität der Arbeit sei wiederum nur durch die Arbeit mit festangestellten Dozenten zu gewährleisten, nicht mit freien und befristet Beschäftigten.

Infos für Zustfiter unter Tel. 70 68 48. 

REINHARD KALB

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