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Fürth bekommt einen Trimm-dich-Pfad für Hunde

Gymnasiasten aus Neustadt/Aisch passen den Aktiv-Parcours im Stadtwald an - 11.12.2020 11:00 Uhr

Brownie hat mit Simone Heißerer ein Frauchen, das viel mit ihm trainiert. Die Aufgabe, quer gelegte Baumstämme zu überspringen, erledigt der verspielte Vierbeiner mit links. Und weil er nach den ersten Balken so viel Schwung mitbringt, nimmt er die beiden letzten auf einmal.

09.12.2020


14 Schüler der Oberstufe haben sich unter der Regie von Deutsch- und Sportlehrerin Simone Heißerer im Projekt-Seminar "Schulhund" zusammengetan. Dreh- und Angelpunkt ist Brownie, der Mischlingshund der Lehrerin. Etwa die Hälfte der Schüler bringt Erfahrung mit einem Vierbeiner in der eigenen Familie mit und auch die durften mitunter mit in die Schule.

Der dreijährige Brownie, ein Mix aus Labrador und Duck Tolling Retriever, kommt aus dem Tierheim Feucht. Dort war der freundliche und mit gerade drei Jahren noch sehr verspielte Hund, der mit seiner nougatfarbenen Färbung und den lang behaarten Schlappohren ein bisschen daherkommt wie ein Deutsch-Langhaar, mit eineinhalb Jahren abgegeben worden. Das "Geschenk" war den Vorbesitzern zu anstrengend geworden.

Heißerer, als Gassigängerin im Tierheim von Feucht engagiert, holte den Hund mit ihrem Mann zu sich nach Oberasbach und widmet seitdem das Gros ihrer Freizeit dem Familienmitglied auf vier Pfoten. Regelmäßige Besuche in einer Hundeschule in Wendelstein gehören dazu, außerdem hat Brownie mittlerweile die Qualifikation als Therapie- und als Schulhund. Und geht regelmäßig einmal in der Woche mit Frauchen zur Schule im Neustädter Gymnasium.

Mit Frauchen in die Schule

Im P-Seminar haben Schüler Aktionen entwickelt, wie ein Schulhund in den Unterrichtsalltag integriert werden kann; deren Praxistauglichkeit unter Mitschülern konnte im Corona-Jahr allerdings nur bedingt getestet werden. Als außerschulisches Projekt steuerten die Gymnasiasten den Aktiv-Parcours an.

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Ihre Anfrage bei der Verwaltung von Neustadt, in deren Hoheitsgebiet es auch einen Trimm-dich-Pfad gibt, stieß auf Ablehnung. Zu viele Besucher im dortigen Stadtwald, zu wenig Parkplätze, der dort angesiedelte Wald-Kindergarten könnte gestört werden . . . "Das waren lauter Gegenargumente, die zu entkräften gewesen wären", meint Simone Heißerer, die nun auch in Fürth nicht gerade mit einem Massenandrang rechnet, auch wenn sie das natürlich toll fände.

Spielerisches Training für Hund und Halter

So suchte sie eine Alternative und wurde bei Fürths Stadtförster Martin Straußberger fündig. Der gab sich sehr aufgeschlossen und so dockte das Neustädter P-Seminar am Vita-Parcours im Fürther Stadtwald an. 16 Stationen hat dieser Trimm-dich-Pfad im Westen der Stadt und an diese Stationen angepasst entwickelten die Schüler Übungen, die Hund und Herrchen spielerisch herausfordern.


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"Wir arbeiten nur mit dem, was schon da ist", sagt Heißerer. Laminierte Schilder erklären, was an der einzelnen Station gefordert ist. Und das in jeweils drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen, je nach Trainingsstand des Vierbeiners, für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis.

Grundgehorsam zum Aufwärmen

Das kann das Leckerli-Verstecken in der Baumrinde sein oder der Hindernislauf über quergelegte Meterstämme auf dem Boden, den Brownie ganz lässig absolviert. Zum Aufwärmen ist der Grundgehorsam gefragt. Dazu gibt es QR-Codes, über die auf Facebook Erklär-Videos abgerufen werden können. Und der Halter bleibt auch nicht außen vor: Etwa dann, wenn er an Ringen hängend diverse Übungen absolvieren soll, was sein Hund im Sitz geduldig verfolgen soll. Das schult die Impulskontrolle der Fellnase.


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Der Spaßfaktor steht im Vordergrund, sagt Heißerer beim Treff am Wanderparkplatz Zum Vogelsang 20, wo sich der Einstieg des Vita- und damit auch des Hundeparcours befindet. Sie ist allein mit Brownie gekommen, ihre Schüler wären gern dabei gewesen, doch das verhindert die Pandemie.

Ab 18. Dezember ist der Parcours startklar

Und so wird auch nichts aus dem am Sonntag, 20. Dezember, 14.30 Uhr, geplanten offiziellen Startschuss. Bei dem hätten Schüler gern ihre Premierengäste mit Leckerlis empfangen. Die muss nun jeder selbst mitbringen, um seinen Hund zu motivieren, zum Beispiel über querliegende Stämme zu springen oder senkrecht stehende Holzpfosten im Slalom zu umrunden. Ausschildern werden die Schüler den Parcours ab Freitag, 18. Dezember. Dann ist er startklar.

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