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Fürth: Grüner Markt bekommt die Grüne Nacht

Fest hat am Samstag Premiere - Verein will Konflikte mit Anwohnern verhindern - 19.07.2016 06:00 Uhr

Der Grüne Markt mit seinem Gauklerbrunnen ist eine städtische Aktionsfläche, findet der Verein. © Archivfoto: Winckler


Vor einem Jahr haben sich Gastronomen, Einzelhändler, Künstler und Anwohner zum "Kulturverein Grüner Markt" zusammengeschlossen: Menschen, die mit dem Marktplatz verbunden sind und hier Kunst und Kultur fördern wollen, sagt Klaus Niegratschka, Vorstand des Vereins. Dahinter habe auch der Wunsch gestanden, "sich vor so einer komischen Geschichte wie in der Gustavstraße zu schützen".

Der jahrelange Lärmstreit, der sich einen Steinwurf weiter abspielt, wirkt mehr als abschreckend. Die Mitglieder des Vereins, so schildert es Niegratschka, teilen die Einstellung, dass der Marktplatz "eine städtische Aktionsfläche und kein Wohngebiet ist". Dass es hier also lebendig zugehen darf, Publikum erwünscht ist.

Tatsächlich ist der Grüne Markt in den vergangenen Jahren eine attraktive Ausgeh-Alternative zur Gustavstraße geworden, tagsüber wie abends. Niegratschka zufolge hat man etliche Anwohner im Boot. Ohnehin kennen sich viele, die in dieser Ecke wohnen, "das ist eine verschworene Gemeinschaft". Das gute Miteinander soll der Verein noch stärken.

Verein als Veranstalter

Von Anfang an hatten die Mitglieder vor, den Grünen Markt auch mit Veranstaltungen – teils in Lokalen und Hinterhöfen, teils auf dem Platz – zu beleben. Um Entwicklungen wie in der Gustavstraße zu verhindern, will der Verein selbst als Veranstalter auftreten. Zwei Feste, die jährlich stattfinden sollen, hatte man im Sinn: passend zum Gauklerbrunnen ein Gauklerfest mit Feuerspuckern, Jongleuren und Co. sowie die "Grüne Nacht", die am Samstag Premiere hat und sich zu einem Fest mit Jazz, Blues, regionalen Spezialitäten und besonderen Biersorten entwickeln soll.

Dass aber nicht jeder in der Gegend gleich tickt, hat der Verein nun selbst erfahren. Kaum hatte man Plakate für die "Grüne Nacht" aufgehängt, muss sich ein Anwohner beim Ordnungsamt beschwert haben, sagt Niegratschka. Die Stadt verkürzte daraufhin die Genehmigung: Die Live-Musik, die bis 22 Uhr geplant war, muss im Freien um 21 Uhr beendet sein.

Sonnenuntergang ist zurzeit gegen 21.15 Uhr: Mit der "Nacht" also, die im Namen steckt, wird es nichts, bedauert Niegratschka. Zumindest nicht im Freien. In den Kneipen soll es allerdings noch weitergehen. Das Programm – die Bühne leiht man sich vom Altstadtverein – beginnt am Samstag um 14 Uhr. Es treten Bands und Musiker auf, die am Marktplatz oder in der Umgebung zuhause sind: Terry Lee Burns, Grass Station, Flatted Fifth Band, Depponie und Buskin’ Bastards. Ab 21 Uhr verlagert sich das Fest nach innen. Unter anderem spielt im Prison St. Michel Hülya Kandemir, im Flatted Fifth werden Richard Smerin & Friends erwartet.

Claudia Ziob

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