Fürth: Ideen für die Wolfsgrubermühle

25.7.2017, 06:00 Uhr
Im großen Mühlgebäude könnten sich die Grünen ein generationenübergreifendes Wohnprojekt vorstellen. Auch für den Rest des Areals haben sie Ideen.

Im großen Mühlgebäude könnten sich die Grünen ein generationenübergreifendes Wohnprojekt vorstellen. Auch für den Rest des Areals haben sie Ideen. © Archivfoto: Winckler

Die erste Pressemitteilung ging schon vor ein paar Tagen an die Medien. Jetzt, da die Stadt das Areal an der Wolfsgrubermühle gekauft hat, müsse überlegt werden, was damit passieren soll, schreiben die Grünen: "Wir haben verschiedene Ideen und wollen eine ergebnisoffene Diskussion anstoßen, um für die Bürger die bestmögliche Lösung zu finden."

Dabei zielt die Partei darauf ab, dass noch keine Entscheidung gefallen ist, ob das Schliemann-Gymnasium im Bestand saniert oder ein Neubau auf dem Mühlenareal errichtet wird. Deshalb sei es nur folgerichtig, über Alternativen nachzudenken. Eine davon aus Sicht der Grünen: ein Umzug des Ämtergebäudes Süd. Publikumsträchtige Behörden, die gegenwärtig zur Miete im "abgelegenen" Komplex in der Schwabacher Straße untergebracht sind, könnten in einen städtischen Neubau in der Innenstadt ziehen, was Mitarbeitern und Bürgern etliche Vorteile bringen würde.

Sollte sich herausstellen, dass das Gelände grundsätzlich für einen Schulneubau geeignet wäre, dürfe man nicht nur über das Schliemann-Gymnasium reden, sondern müsse an dieser Stelle auch einen Neubau der Berufsschule Ludwig Erhard in Betracht ziehen. Dafür hatte sich im Winter bereits die CSU stark gemacht. Wie berichtet, ist das Berufsschulgebäude an der Theresienstraße stark sanierungsbedürftig.

Über das mehrstöckige Mühlengebäude haben sich die Grünen ebenfalls Gedanken gemacht. Im Wirtschaftsausschuss am Montag regten sie einen Weiterverkauf an, um auf diese Weise "unkonventionelle, innovative und zukunftsfähige Wohnprojekte" zu fördern. Der Fraktion schwebt ein generationenübergreifendes Wohnprojekt vor – ähnlich der "Spiegelfabrik" in der Langen Straße.

Oberbürgermeister Thomas Jung schoss in der Ausschusssitzung scharf gegen diesen Vorschlag. Er wies darauf hin, dass in der Vergangenheit mehrere Investoren darüber nachdachten, in dem Gebäude Wohnungen unterzubringen. Alles sei gescheitert, denn: Das benachbarte Wasserkraftwerk verursache Lärm und Erschütterungen. Außerdem sei noch völlig unklar, ob ein Teil des Hauses für einen Schulneubau auf der Brache benötigt werden, zum Beispiel für eine Mensa.

Die Grünen, ätzte Jung, forderten einerseits, den Hauptbahnhof zu kaufen, andererseits wollten sie ein gerade erst erworbenes Gebäude sofort wieder abstoßen. Planlos sei das und ohne Strategie, Fürth voranzubringen. Alles in allem: reiner Aktionismus. Jung betonte, die Stadt werde das Gebäude auf keinen Fall verkaufen, ehe klar sei, was mit der benachbarten Brachfläche geschehen werde. Das sei in jedem Fall abzuwarten.

Grünen-Rätin Barbara Fuchs akzeptierte zwar, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Beschlüsse fallen sollten, wollte sich aber nicht verbieten lassen, vorab Ideen zu diskutieren. CSU-Mann Tobias Wagner sprang ihr bei: Es sei gut, sich Gedanken zu machen. So etwas zuzulassen, gebiete "das demokratische Verständnis".

Dennoch: Die Debatte, so der Rathauschef, könne geführt werden, wenn klar sei, ob dort eine Schule entstehe oder nicht. Eine Entscheidung darüber werde wohl erst gegen Jahresende getroffen werden. Gegenwärtig bewertet das Wasserwirtschaftsamt ein Altlastengutachten für das Areal, damit die Stadt den Sanierungsaufwand besser einschätzen kann.

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