Investition: 3,5 Millionen Euro

Fürth: Kompostplatz wird größer, sicherer und komfortabler

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Andreas Dalberg

FN-Redakteur

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13.8.2021, 16:00 Uhr
Der Kompostplatz in Burgfarrnbach, auf dem Bürger ihr Grüngut abgeben können, soll bis Ende 2024 umgestaltet werden.

Der Kompostplatz in Burgfarrnbach, auf dem Bürger ihr Grüngut abgeben können, soll bis Ende 2024 umgestaltet werden. © Hans-Joachim Winckler

Für 3,5 Millionen Euro soll der Kompostplatz in Burgfarrnbach erweitert werden. Für die Bürger bringt das einige Vorteile mit sich. Die wichtigsten: Es können mehr Kunden gleichzeitig abgewickelt werden, Wartezeiten verkürzen sich und es kommt nicht mehr zu ellenlangen Staus bis in den Ort, die insbesondere in Stoßzeiten entstehen, im Frühjahr und Herbst, wenn Gartensaison ist.

Da die Anlage großzügiger gestaltet wird, entzerrt sich auch das Geschehen auf dem Kompostplatz: Gartenfreunde, die Grüngut abladen oder Kompost kaufen möchten (50 Liter kosten 1,50 Euro), und städtische Mitarbeiter, die mit großem Gerät rangieren, Radlader oder Bagger, kommen sich nicht mehr in die Quere. Das bedeutet mehr Sicherheit.

Geruchsbelästigung nimmt ab

Ein weiterer Vorteil für die Anwohner in Burgfarrnbach: Ende 2024, wenn die Erweiterung abgeschlossen ist, wird es auch eine Biogut-Umschlagshalle mit Filteranlage geben, die die „Geruchsbelästigung für die Umgebung“ deutlich reduziert, sagt Antonius Kaiser, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft.

Da der Biomüll künftig nicht mehr unter freiem Himmel verladen wird, vermag der Wind nicht mehr die Tüten zu erfassen, die an sich nicht in den organischen Müll gehören, dort aber immer wieder zu finden sind, und auf benachbarte Äcker zu wehen. Und „die vielen Krähen können sich den Müll nicht mehr schnappen und durch die Gegend tragen“.


Weniger Müll: Fürther Unverpackt-Laden kommt an


Baumaßnahmen sind aber auch noch aus anderen Gründen nötig, wie Kaiser berichtet. Zum Teil sind die Straßen der in die Jahre gekommenen Anlage marode und müssen erneuert werden. Zudem sollen die Mitarbeiter des Kompostplatzes, die bislang „in einem besseren Baustellencontainer“ untergebracht sind, endlich ein Betriebsgebäude in Massivbauweise erhalten, das auch eine Damenumkleide hat – für den Fall, dass dereinst die erste Frau vor Ort arbeiten wird.

Die detaillierte Entwurfsplanung, die der Stadtrat jüngst abgesegnet hat, sieht zudem ein Carport für die Gerätschaften vor, ebenso die Modernisierung der Entwässerung. Wasser aus dem Regenrückhaltebecken soll genutzt werden, um in Trockenzeiten den Kompost zu befeuchten, damit dieser besser verrottet.

Die großzügigeren Arbeitsflächen gestatten es künftig auch, die beiden Kernaufgaben des Kompostplatzes räumlich besser voneinander zu trennen: Biomüll-Umschlag und Grüngut-Kompostierung.

Einerseits karren Müllfahrzeuge den ganzen Biomüll der Fürther Haushalte heran und laden ihn ab. Da dieser Müll oftmals verunreinigt ist mit Gegenständen und Stoffen, die so gar nicht bio sind und es in Burgfarrnbach keine Sortieranlage gibt, muss er von externen Unternehmen zur Weiterverarbeitung abgeholt werden. Andererseits wird aber auch immerzu Grüngut angeliefert, etwa von Bürgern (die Abgabe von bis zu zwei Kubikmetern ist kostenlos) oder dem Grünflächenamt, nachdem es Parkanlagen gepflegt oder Bäume beschnitten hat.

Gütesiegel für Kompost

Dieses Grüngut wird kompostiert, es wird befeuchtet, belüftet und gesiebt, damit es am Ende des Zersetzungsprozesses jenen Reinheitsgehalt und jene wertvollen Inhaltsstoffe aufweist, wofür Fürth auch schon ein Gütesiegel bekommen hat. Verunreinigungen sind da tunlichst auszuschließen. „Grüngut und Biomüll muss man ordentlich trennen. Wenn da was zusammenkommt, macht uns das die ganze Arbeit kaputt“, sagt Kaiser.

Beim Grüngut gab es 2020 einen Durchlauf von 8200 Tonnen, was recht nah an der aktuell genehmigten Jahresmenge von 8600 Tonnen liegt; künftig wird die genehmigte Kapazität aber 10.000 Tonnen betragen.

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