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Fürth: Neue Lebensader für die Gaggalesquelle

Der Mineralwasserbrunnen bei Weikershof erhält bei der Sanierung bessere Rohre - 30.03.2016 11:00 Uhr

Die vom Bürgerverein Gebersdorf gepflegte Freizeitanlage mit dem Quellpavillon am Fürther Buckweg hat sich in eine Großbaustelle verwandelt. Bis Mai wird hier noch gearbeitet.

29.03.2016 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Bereits im vergangenen Sommer versiegte die Weikershofer Gustav-Adolf-Quelle. Weil ihr Brunnenkopf undicht war, stellte sie das kommunale Versorgungsunternehmen infra ab, um weitere Schäden zu vermeiden. Mit der Sanierung wurde die Firma Ochs beauftragt, die bereits an der Erschließung der Fürther Thermalquellen vor rund 100 Jahren maßgeblich beteiligt war.

Ursprünglich gingen Fachleute davon aus, dass die Reparatur innerhalb weniger Wochen über die Bühne gebracht werden kann. Doch die Schäden an der erst 2005 erneuerten Rohrleitung erwiesen sich als so gravierend, dass umfangreichere Arbeiten notwendig wurden. Auch ein Fertigstellungstermin zum Jahresanfang ließ sich nicht einhalten. „Mit Quellen muss man eine Engelsgeduld haben“, sagt Wolfgang Greul, der Leiter der zentralen Dienste bei der infra. Sie seien eben etwas Natürliches, das Überraschungen bergen könne. Die Reparaturen weiten sich jedenfalls aus, der ganze Brunnenkopf müsse umgebaut werden.

250 Meter der 729 Meter tief in den Untergrund gebohrten Leitung sind vom aggressiven Wasser so sehr angegriffen worden, dass sie neu verrohrt werden müssen. Die ursprüngliche Leitung aus Kiefernholz war wesentlich widerstandsfähiger als das moderne Metall, hatte sich an den Verbindungsmuffen jedoch im Laufe eines Jahrhunderts verkantet und mit Gestein aus dem Bohrloch gefüllt. Nun werden die maroden, neuen Stahlrohre durch glasfaserverstärkte Kunststoffleitungen ersetzt.

Ende April sollen die letzten Rohre versenkt werden, weiß Greul. Danach wird die Quellenanlage wieder hergerichtet, die der Gebersdorfer Bürgerverein vor 16 Jahren mit Recyclingmaterial – Pflastersteine, ausrangierte Laternenpfähle und alte Holzbalken – in Eigenregie gestaltete. Zu Beginn der warmen Jahreszeit soll sie wieder zur Rast einladen.

Wegen ihres schwefligen Geruchs nach faulen Eiern wird die Weikershofer Quelle im Volksmund „Gaggalesquelle“ genannt. Dem 22 Grad warmen Thermalwasser wird Heilkraft attestiert. Ein Schwimmbad, das sie einst gespeist hat, schloss nach dem Zweiten Weltkrieg aus hygienischen Gründen. Inzwischen gibt es mit dem Fürthermare am Scherbsgraben jedoch ein modernes Thermalbad. Allerdings musste seine neu gebohrte Quelle ebenfalls bereits neu verrohrt werden. Die Sanierungsarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.

Volker Dittmar

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