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Fürth rutscht mit höheren Preisen ins neue Jahr

Nutzer von Bussen und U-Bahnen müssen deutlich mehr zahlen — Kurzstrecke fürs ganze Stadtgebiet fällt weg - 06.12.2011 11:00 Uhr

Wer ab dem 1. Januar in Fürth mit dem Bus fahren will, muss tiefer in die Tasche greifen.

© Hans-Joachim Winckler


Was Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs mit dem neuen Jahr ins Haus steht, ist noch die „Light-Version“: Es handelt sich um einen Zwischenschritt auf dem Weg zu weiteren Erhöhungen, die ab 2015 – je nach Art des Tickets – Preissteigerungen zwischen 30 und 70 Prozent nach sich ziehen werden.

Zunächst aber wird für das Stadtgebiet drei Jahre lang übergangsweise die Tarifstufe Z gelten, erst danach die noch teurere VGN-Tarifstufe 2. Die Kosten für die Fahrt eines Erwachsenen innerhalb Fürths steigen dadurch Anfang 2012 von derzeit 1,60 auf 1,90 Euro, das Jahresabo verteuert sich von 26 auf 33,80 Euro. Mit Kurzstreckenkarten zum alten Preis von 1,60 Euro sind nur noch Fahrten bis zum übernächsten Haltepunkt möglich.

Und Vorsicht: Wer nach Nürnberg will, muss generell Karten des dort neu geschaffenen Tarifs A kaufen, der Nürnberg, Fürth und Stein umfasst. Für das Erwachenen-Einzelticket werden dann 2,40 Euro (statt bisher 2,10) fällig, eine Fünfer-Streifenkarte kostet 10,80 Euro.

Broschüre aufgelegt

Um die möglicherweise einsetzende Verwirrung komplett zu machen: Die derzeit noch für Nürnberg, Fürth und Stein geltende VGN-Tarifstufe 2 muss ab Januar für Fahrten gelöst werden, die über die Grenzen dieser drei Städte hinausführen. Wer das alles noch einmal im Detail nachlesen möchte, kann dafür eine eigens zu diesem Zweck aufgelegte Broschüre nutzen. Sie ging dieser Tage allen Haushalten zu, ist aber auch im Kundencenter im U-Bahn-Verteilergeschoss am Hauptbahnhof erhältlich.

Heftige Kritik hatten die Preiserhöhungen auf politischer Ebene ausgelöst. Das Argument der für Busse und U-Bahn zuständigen infra Fürth, nur so seien die steigenden Defizite in Grenzen zu halten, ohne das Angebot zu reduzieren, mochten nicht alle nachvollziehen. Dass man auf diese Weise den öffentlichen Nahverkehr kaputtmache, befürchteten die Grünen, auch das Fürther Sozialforum machte Front gegen die Tarifsprünge — und forderte im Gegenzug die Einführung eines stark vergünstigten Fahrscheins für sozial Schwache, wie ihn infra-Chef Hans Partheimüller in Aussicht gestellt hatte.

Dieses „Sozialticket“ wird dessen ungeachtet vorerst ein Wunschtraum bleiben; immerhin aber riefen die infra, die Stadt Fürth und die Bürgerstiftung gemeinsam ein „Fürther Bündnis für Mobilität“ ins Leben. Sponsoren, genannt Mobilitätspaten, wurden und werden gesucht, nach den Worten von Fürths Sozialreferentin Elisabeth Reichert ist das finanzielle Ziel bald erreicht: Mindestens 100000 Euro wollte sie im Fördertopf haben.

Taler für Bedürftige

Aus ihm wird finanzschwachen Fürthern ab 15 Jahre ein „Mobilitätstaler“ im Wert von fünf Euro pro Monat bezahlt, den sie zweckgebunden für den Kauf von Fahrkarten verwenden können. Rund 10500 Menschen kommen laut Sozialreferat in der Kleeblattstadt für den Zuschuss in Betracht, ihre Berechtigung weisen sie durch den „Fürth-Pass“ nach, den die Kommune an Bedürftige ausgibt.

Aufgrund einschlägiger Erfahrungen rechnen die Bündnis-Initiatoren damit, dass rund 20 Prozent von ihnen die Mobilitätstaler tatsächlich in Anspruch nehmen. Um auf der sicheren Seite zu sein, hält man ein Fördervolumen von 150000 Euro im Jahr für erforderlich.

Anträge auf Mobilitätsförderung sind bei Fürth-Pass-Stellen (Bürgerinformation, Hirschenstraße 2, Sozialamt und Jugendamt, Königsplatz 2) erhältlich.

Wolfgang Händel

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