Alarmierender Trend

Fürther Ausbildungsmarkt: Weniger Bewerber auf weniger Lehrstellen

12.7.2021, 16:00 Uhr
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Symboldbild © Uwe Anspach/dpa

Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren: Zum Ende des 1. Halbjahrs 2021 ist der Ausbildungsmarkt – im Vergleich zu den Jahren vor der Krise – deutlich geschrumpft.

Insgesamt sind momentan im Zuständigkeitsbereich der Fürther Agentur für Arbeit, zu dem neben Stadt und Landkreis Fürth auch Erlangen sowie die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Neustadt-Bad Windsheim gehören, rund 1470 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Von Ende September bis Ende Juni haben sich gut 2400 Jugendliche gemeldet, die ins Berufsleben starten wollen – das sind knapp 580 oder annähernd 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Kaum Begegnungen

"Bei den jungen Leuten", sagt Thomas Dippold, Vorsitzender der Agentur-Geschäftsführung, "haben ausgefallene Betriebspraktika und Azubi-Messen, aber auch die eingeschränkte persönliche Berufsberatung für eine erheblich erschwerte Berufsorientierung gesorgt." Das Problem: Die Begegnung zwischen Bewerbern und Betrieben habe über längere Zeit kaum stattgefunden.

Bei den Ausbildungsstellen sieht es ähnlich dürftig aus: Knapp 2900 gingen seit Ende September ein und damit fast 800 oder über 20 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.


Wegen Corona: Unternehmen bieten viel weniger Lehrstellen


Weitere Erschwernis: Zwischen den Berufswünschen und den vorhandenen Plätzen gibt es einer Mitteilung der Agentur zufolge "teils gravierende Diskrepanzen". Im Bereich Verkauf von Lebensmitteln beispielsweise liegen zurzeit 134 Angebote vor, für die aber nur vier Bewerber die Hand gehoben haben. Krasses Gegenbeispiel: 99 Jugendliche haben sich auf 30 Ausbildungsplätze im Sektor Verwaltung beworben.

Neu sei dieses Missverhältnis nicht. "Aber für einzelne Branchen", so Dippold, "hat sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage nochmals vergrößert." Der Lebensmittelhandel etwa habe von Corona profitiert "und sucht deshalb mehr denn je nach Auszubildenden".

Um Berufseinsteiger und Betriebe leichter und schneller zusammenzubringen, hat sich die Jugendberufsagentur (JBA) etwas Neues überlegt. Vom 19. bis 24. Juli hat sie in der Fürther Innenstadt ein leerstehendes Geschäft gemietet. In diesem "Pop-Up-Store" können junge Menschen oder ihre Eltern ohne Anmeldung vorbeikommen, sich beraten lassen und Stellenangebote bekommen.

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