Fürther Fachgespräch nimmt Kneipenlärm ins Visier

10.4.2015, 21:00 Uhr
Ein Fachgespräch zum Thema Lärm in der Gustavstraße ist für kommenden Montag anberaumt - für das Gasthaus Zum Gelben Löwen kommt es allerdings zu spät.

© Hans-Joachim Winckler Ein Fachgespräch zum Thema Lärm in der Gustavstraße ist für kommenden Montag anberaumt - für das Gasthaus Zum Gelben Löwen kommt es allerdings zu spät.

Auf Initiative des örtlichen Bundestagsabgeordneten Carsten Träger findet im Kulturforum zunächst ein nichtöffentliches Fachgespräch statt, im Anschluss sollen dessen Ergebnisse ab 19.30 Uhr an gleicher Stelle öffentlich diskutiert werden. Wer teilnehmen möchte, wird allerdings wegen des beschränkten Platzangebots gebeten, sich in Trägers Abgeordnetenbüro (Hirschenstraße 24, Telefon 8 10 13 30) anzumelden.

"Wir können nicht davon ausgehen, dass wir bereits am Montag eine umfassende Lösung präsentieren können, aber wir machen wir uns auf den Weg", kündigt der SPD-Parlamentarier an. Versuchen will er das zusammen mit dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium und bayerischen SPD-Chef Florian Pronold, der im Kulturforum ebenso zu Gast sein wird wie Vertreter der Fürther Stadtspitze, von Bundes- und Landesministerien, Bund Naturschutz, Hotel- und Gaststättenverband, deutschem Städtetag sowie die beiden örtlichen Landtagsabgeordneten von SPD und CSU.

Grund für das breite Spektrum: Die praktische Umsetzung des Immissionsschutzrechts berührt alle politischen Ebenen, von Bund über Land bis hin zur Kommune. Im Fürther Fachgespräch sollen Experten aller Bereiche nach einem Ausweg aus den Konfrontationen suchen, die sich aus den Interessen von Anwohnern auf der einen und Nutzern auf der anderen Seite ergeben. In Fürth sind sie exemplarisch in der Dauerfehde um die Gustavstraße zu beobachten.

Hier zeigt sich nach Ansicht Trägers, "dass die momentanen Regelungen des Lärm- und Immissionsschutzes nicht mehr in unsere heutige Lebenswirklichkeit passen". Da die Staatsregierung bisher aber eine Lösung ablehnt, die sich an der liberaleren bayerischen Biergartenverordnung orientiert, müsse man, so Träger, "einen anderen Weg finden".

Eine strenge Auslegung der Gesetze und Verordnungen dürfe "nicht dazu führen, dass die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt um 22 Uhr ins Bett geschickt wird".

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