Fürther fährt mit Elektroauto quer durch Europa

27.8.2015, 21:00 Uhr
Geschafft: Nach 6425 Kilometer Fahrt durch Europa im Elektroauto Tesla sind Martin Wrobel, Frank Mischkowski aus Fürth und Michael Willberg (von links) am Nordkap angekommen.

Geschafft: Nach 6425 Kilometer Fahrt durch Europa im Elektroauto Tesla sind Martin Wrobel, Frank Mischkowski aus Fürth und Michael Willberg (von links) am Nordkap angekommen. © Foto: privat

6425 Kilometer. So lang ist die Strecke von Tarifa, an der Südspitze Spaniens, bis zum Nordkap in Norwegen. Frank Mischkowski aus Fürth hat mit zwei Freunden diese Strecke im elektrisch betriebenen Tesla Model S zurückgelegt. Ihr Ziel: der Weltrekord für eine Europa-Durchquerung mit dem Elektroauto.

Dabei gab es bei der Anreise zum Ausgangspunkt schon eine kleine Hürde. Drei Ladestationen sollte es laut Stadtplan im spanischen Málaga geben. „Die erste war zugeparkt, die zweite kaputt und die dritte gab es nicht mehr“, erzählt Mischkowski. Ein Parkwächter hat ihnen dann mit Strom aus einer Haussteckdose ausgeholfen.

Damit der Versuch spannend wird, hat die Redaktion des Guinness-Buch der Rekorde eine Vorgabe für die Ladezeit gemacht. Insgesamt 22 Stunden darf das Fahrzeug maximal an der Steckdose hängen — mit 20 Stunden und 15 Minuten haben Mischkowski und seine Freunde die Vorgabe eingehalten. Zusammengerechnet waren sie 104 Stunden und 30 Minuten unterwegs. Das Team selbst hatte sich zum Ziel gesetzt, die Europa-Durchquerung in 96 Stunden zu schaffen.

Die Freunde wollen zeigen, wie alltagstauglich ein E-Mobil ist. Bislang haftet den Fahrzeugen das Vorurteil an, sie wären nicht für die Langstrecke geeignet. Eine Aussage, die durch die privat organisierte Weltrekordfahrt quer durch Europa widerlegt werden soll. Zu viert — neben den drei Freunden stieg in Deutschland noch ein Redakteur einer Autozeitschrift zu — und mit entsprechendem Gepäck ging es auf die 14-tägige Reise.

Die längste Etappe ohne Ladestopp lag bei 477 Kilometern, die durchschnittliche Etappenlänge bei 230 Kilometern. Insgesamt 26 Ladestopps hat das Team auf seiner Fahrt vorgenommen, davon 21 an speziellen, von Tesla betriebenen Schnellladesäulen. Doch insbesondere im Süden Spaniens und im Norden Norwegens sei die Infrastruktur noch dürftig; hier mussten herkömmliche Ladestationen herhalten.

Auf einer engen norwegischen Landstraße gab es ein kleines Missgeschick. Das Auto kam in einer Kurve zu weit nach rechts und der Außenspiegel zerschmetterte das Beifahrerfenster. Nach einem Stopp beim Autoglaser ging die Fahrt weiter.

Bevor das Zielfoto beim stilisierten Globus am Nordkap entstand, musste die Gruppe noch ein bisschen warten. Denn zufällig war der norwegische König am Kap, das Denkmal war aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Trotzdem durften wir am dortigen Besucherzentrum unsere Akkus auftanken und haben Kaffee bekommen“, sagt Mischkowski.

Und Zeit für einen Sprung ins Wasser gab es für den Hobbyschwimmer auch. Bereits in Spanien war er im Meer und wollte auch im Nordkap baden gehen: „Das war schon viel kälter als in Tarifa.“

Die Weltrekordfahrt wurde privat organisiert und von verschiedenen Unternehmen gefördert. Denn ganz billig ist das Model S nicht: 76 400 Euro kostet das Einstiegsmodell mit 420 Kilometer Reichweite. Der Autohersteller Tesla hat jedoch die Reifen für die Fahrzeuge gestiftet.

Einen ausführlichen Reisebericht gibt es unter www.electrified.eu

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