Fürther Flüchtlingshelfer brauchen wieder Verstärkung

7.6.2016, 11:00 Uhr
Gleich am ersten Tag haben Kinder die Asylothek in Fürth mit großer Begeisterung angenommen.

Gleich am ersten Tag haben Kinder die Asylothek in Fürth mit großer Begeisterung angenommen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Im ehemaligen Möbelhaus Höffner, das im Herbst rund 800 Menschen beherbergte, stehen inzwischen viele Betten leer. Auch auf dem Gelände der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE) in Zirndorf wurde in den vergangenen Tagen eine Nothalle abgebaut.

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen – viele erreichen Deutschland schlicht und einfach nicht mehr – hat Helfern eine dringend benötigte Verschnaufpause beschert. Und er hat der Fürther Flüchtlingshilfe Luft verschafft, um Strukturen zu verändern – und neue Projekte zu starten. Während man anfangs vor allem Ankömmlingen zur Seite stand, widmen sich die neuen Angebote der großen Aufgabe Integration. Denn Flüchtlinge gibt es in Fürth ja weiterhin: Der Großteil der rund 1500 hier lebenden Asylbewerber ist inzwischen in Gemeinschaftsunterkünften zuhause. Dort wohnen Asylbewerber, wenn der Erstaufnahmeprozess abgeschlossen ist, bis über ihren Asylantrag entschieden ist, was Jahre dauern kann. Diese Zeit will die Fürther Flüchtlingshilfe nutzen, um gute Grundlagen fürs neue Leben in Deutschland zu schaffen.

Es überrascht manche vielleicht, weil die Welle der Hilfsbereitschaft 2015 so groß war: Aber in vielen der neuen Projekte fehlen noch Helfer, das habe ein Vernetzungstreffen der Verantwortlichen gezeigt, sagt Ute Zimmer, die Leiterin des Freiwilligenzentrums, das neben der Caritas das Engagement koordiniert. Nicht alle Freiwilligen aus dem vergangenen Jahr sind noch dabei. Andere können sich nicht konstant einbringen.

Die Bandbreite der Mitmachmöglichkeiten ist groß. Im Freiwilligenzentrum kann man sich – Gleiches gilt für zahlreiche Hilfsangebote jenseits der Flüchtlingsarbeit – beraten lassen, welches Projekt zu einem passen würde. Unterstützung sucht zum Beispiel die Asylothek, die in der Gemeinschaftsunterkunft in der Höfener Straße entstanden ist. Die Einrichtung ist als Raum für Freizeitbeschäftigungen, Begegnungen und auch Deutsch-Kurse gedacht und ist montags und donnerstags von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Vor allem Kinder nutzen das Angebot zurzeit.

Daneben werden Menschen gesucht, die in dieser Unterkunft Kinder und Berufsschüler bei den Hausaufgaben betreuen oder beim Aufbau einer Mutter-Kind-Gruppe helfen.

Gebraucht werden auch Freiwillige, die sich um jugendliche Flüchtlinge kümmern, die ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind. Vorstellbar ist hier vieles: Man kann sich zum Sport treffen, zum Kochen, den Teenagern beim Deutschlernen helfen, mit ihnen gärtnern oder auch mal einem von ihnen Gitarrenunterricht geben. Wer sich intensiver engagieren möchte, kann Pate werden.

In den Fahrradwerkstätten im Höffner-Haus und in der Karolinenstraße werden Mitreparierer gesucht, die zusammen mit Flüchtlingen gespendete Räder instandsetzen. Auch Werkzeug und Fahrräder sind hier immer willkommen. Für ein Nähcafé werden ebenfalls Helfer, aber auch funktionierende Nähmaschinen, Garn, Stoffe, Bügelbrett und -eisen benötigt. Entstanden sind im Höffner-Haus und im Mütterzentrum außerdem Begegnungsmöglichkeiten speziell für Frauen, die sich über Mitstreiterinnen freuen würden, umso mehr, wenn diese Ideen mitbringen, was man gemeinsam machen könnte.

Auch in den Kleiderkammern im Höffner-Haus und in der Südstadt fehlen derzeit Helfer.

Mehr Informationen gibt es unter www.fluechtlingshilfe-fuerth.de („Mitmachen“) und im FZF, Tel. (0911) 217 47 82.