Hilfe ist wieder erbeten!

Fürther Fotorätsel: Lehm, Steine, Holz

26.9.2021, 13:00 Uhr
„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“: Zumindest der Monat stimmt nicht, denn Bäume und Wiesen schauen nach Frühjahr oder Sommer aus. Viel mehr weiß das Stadtarchiv-Team über dieses Foto allerdings nicht.

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“: Zumindest der Monat stimmt nicht, denn Bäume und Wiesen schauen nach Frühjahr oder Sommer aus. Viel mehr weiß das Stadtarchiv-Team über dieses Foto allerdings nicht. © Foto: Stadtarchiv Fürth

Pferdekenner vortreten! Auf euch können wir doch zählen, oder? Ein Hinweis genügt, und damit wäre wenigstens die vermutlich leichteste Frage zu diesem mit vielen Fragezeichen versehenen Foto beantwortet. Ein nicht allzu glamouröses Fuhrwerk ziehen die beiden Warmblüter, Geschirr und Gefährt lassen den Schluss zu: Auch das heutige Motiv hat einige Jahrzehnte auf dem Buckel.

Das Original birgt das Stadtarchiv im Burgfarrnbacher Schloss, und bestimmt haben Martin Schramm und sein Team ohnehin schon im Pferderassenbuch geblättert. Deutlich mehr dürfte sie allerdings die Frage interessieren, an welchem hochinteressanten Haus das Gespann eigentlich vorbeizieht und wo der Fotograf seinerzeit die Kamera ausgepackt hat.

Ein schmuckes Gehöft hat er sich jedenfalls ausgesucht – eines, das so markant ist, dass es umstandslos identifizierbar sein müsste, stünde es heute noch, zum Beispiel im Landkreis. Doch alle – zugegeben: flüchtige – Bilderbuchblätterei hilft nichts, in den Fachwerk-Hochburgen des Landkreises wie etwa Langenzenn, Roßtal und Großhabersdorf steht dieses Haus nicht. Aber stand es dort? Und falls es überhaupt noch steht, dann womöglich doch jenseits der Landkreisgrenzen?


Archivperlen-Auflösung: Weg zum Wolf


Auffällig ist das tief heruntergezogene Satteldach, das Wind und Schneemengen besonders gut aushält, in hiesigen Breitengraden allerdings selten anzutreffen ist. Ein Wohnstallhaus ist hier entstanden, das von hoher Fachwerk-Baukunst kündet. Eine ornamentale Beschwingtheit kennzeichnet die Fassade auf eine Weise, die das Haus zum liebenswerten Unikum macht. Vorne rechts ein Backstein-Hüttchen, links aller Wahrscheinlichkeit nach ein Geräteschuppen. Hier wohnen beileibe nicht derer von und zu, aber Haus – 18./19. Jahrhundert? – und Hof scheinen gut in Schuss zu sein, vorzeigbar für eine Postkarte. Prompt blieb der Fotograf stehen und hielt drauf, woraufhin ihm der eher grimmige Gruß des Fuhrwerklenkers zuteil wurde.

Vielleicht braucht es einen Griff zum Fotoalbum der Großeltern, um dieses Haus identifizieren zu können. Wer "Heureka!" schreit, maile an redaktion-fuerth@pressenetz.de, kommentiere hier unter diesem Artikel oder schreibe einen Brief an die Fürther Nachrichten, Schwabacher Straße 106, 90763 Fürth.

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