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Fürther Frauenhaus: Die Fälle werden drastischer

Einrichtung verzeichnet stärkere Nachfrage – auch wegen der Corona-Einschränkungen, so die Vermutung - 22.02.2021 21:00 Uhr

Gewalt gegen Frauen bleibt ein drängendes Thema. Darauf machen auch Aktionen wie die weltweite „One-Billion-Rising“-Initiative, hier im Februar 2020 in der Fürther Adenaueranlage, aufmerksam.

16.02.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Wie aus einer aktuellen Bestandsaufnahme hervorgeht, ist zudem die Fachberatungsstelle gegen Gewalt als ergänzendes Angebot für Betroffene von häuslicher Gewalt, Stalking oder Mobbing in Fürth zu einer festen Anlaufstelle geworden.

Aber auch die im Mai 2020 neu installierte mobile Beratungsstelle im Landkreis Fürth werde bisher trotz der widrigen Gegebenheiten im Lockdown sehr gut angenommen; man werde sie "aufgrund des hohen Bedarfs auch weiterhin im Landkreis fortführen". Sie soll betroffenen Frauen, Fachkräften, Helfenden und Angehörigen einen niederschwelligen Zugang zur Beratung bieten – auf Wunsch auch anonym.

Die telefonischen und persönlichen Gespräche ermöglichen, so heißt es, oft einen Ausweg "aus einem von Gewalt geprägten Lebensumfeld" – nicht nur für die Frauen, sondern auch für deren Kinder. Fast 100 Prozent von ihnen werden Zeugen der Attacken. Aus repräsentativen Studien gehe hervor, dass Mädchen und Jungen, die sexuellen Missbrauch erleben, zu 80 bis 90 Prozent eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln können.

Auch die Zahl der Beratungen über die Interventionsstelle, die das Fürther Frauenhaus 2017 im Verbund mit den Einrichtungen in Nürnberg und Erlangen gegründet hat und die in Kooperation mit den Polizeidienststellen Fürth, Zirndorf und Stein arbeitet, steige.

Neues Konzept

"Wir sehen einen Zusammenhang mit den häuslichen Quarantänen und Kontaktbeschränkungen aufgrund von Covid-19", so die Verantwortlichen. Die Gewalt in den Familien nehme erkennbar zu, die Fälle würden komplexer und drastischer.

Man arbeite gemeinsam mit dem pädagogischen Team des Fürther Frauenhauses derzeit an der Erweiterung von derzeit 5 auf 10 Plätze für Frauen und ihre Kinder und an einem neuen, offenen Konzept. Fürth stelle damit "das erste Frauenhaus in Bayern, das sich auf den Weg in eine zukunftsorientierte Ausrichtung macht".


Doppelte Freude im Fürther Frauenhaus


Dank neuer gesetzlicher Vorgaben ist der Ausbau der Kapazitäten in bayerischen Einrichtungen möglich, langjährige Forderungen würden "nun endlich schrittweise umgesetzt". Das sei ein guter Anfang, dennoch reiche auch die erhöhte Zahl der Plätze bei weitem nicht aus. In den vergangenen Jahren habe man in der Kleeblattstadt jeweils 140 hilfesuchende Frauen abweisen müssen.

Dieser Tage hat der Frauenhaus- Trägerverein im schriftlichen Umlaufverfahren neu gewählt, die Beteiligung der Mitglieder sei "sehr hoch" gewesen. Aus persönlichen Gründen schieden die langjährigen Vorstandsfrauen Tanja Thaler und Martina Schemmel sowie Karin Miederer als Revisorin aus.

Eva Göttlein wurde als Vorsitzende bestätigt, Birgit Schönknecht als Schriftführerin, Katrin Badstübner als Revisorin. Neu gewählt wurden Regina Vogt-Heeren als zweite Vorsitzende, Uta Kanefend als Kassiererin, Miriam Kutschenreiter als Besitzerin und Katrin Feiler-Düll als Revisorin.

Spendenkonto bei der Sparkasse Fürth, IBAN: DE29 7625 0000 0000 0190 18, weitere Informationen unter www.frauenhaus-fuerth.de

fn

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