Fürther Freibad-Bilanz: Ein Sommer wie kein anderer

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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Das Fürther Freibad aus der Vogelperspektive.

Das Fürther Freibad aus der Vogelperspektive. © Ron Hübner

Einlass im Schichtbetrieb, Schwimmen mit Corona-Regeln: Bis zum letzten Tag der Saison waren die Rahmenbedingungen in den Freibädern ungewöhnlich.

"Wir mussten uns da erst mal rantasten", sagt Timo Schäfer, Werkleiter des Zirndorfer Bibertbads. Jetzt ist bei ihm und seinen Kollegen in Fürth und Veitsbronn auch ein wenig Erleichterung zu spüren. Weil es Personal und Gästen gelungen ist, sich mit der Situation zu arrangieren.

"Es lief etwas besser als gedacht", sagt Wolfgang Greul, bei der infra zuständig für die Fürther Bäder. Zwar kann er noch nicht beziffern, wie viele Besucher es heuer ins Freibad am Scherbsgraben zog; die Bilanz wird noch erstellt. Aber er hofft: "Das Minus ist vielleicht doch nicht so gravierend wie befürchtet." Klar ist: An heißen Tagen blieb die Besucherzahl deutlich hinter dem sonst Üblichen zurück. Damit Gäste ausreichend Abstand halten konnten, galt in allen Bädern eine Besuchergrenze.

Maximal 1000 Gäste am Vormittag und 1000 am Nachmittag konnten sich heuer im Fürther Freibad abkühlen. Begehrt war vor allem der Nachmittag, ein paar Mal waren keine Tickets mehr zu haben. Zum Vergleich: Bei Hitze tummeln sich hier sonst 5000 oder 6000 Menschen, sagt Freibad-Chef Horst Kiesel.

"Kein richtiger Sommer"

Insgesamt aber sei es wettermäßig "kein richtiger Sommer" gewesen, zu oft – aus Sicht eines Freibadchefs – gab es Wolken am Himmel oder Wind. So hielt sich der Andrang meist in Grenzen. Andere blieben dem Bad fern, weil die Online-Buchung sie abschreckte – oder der Maskenzwang in manchen Bereichen des Geländes.

Die gute Seite des Corona-Sommers: Viele Gäste freuten sich über ungewohnt viel Platz im Becken. "Manche Dauergäste und Stammgäste sagen, es war der schönste Sommer, den sie erlebt haben", erzählt Kiesel. "Jeder konnte endlich schwimmen." Weniger Konflikte als in anderen Jahren gab es auch.

"Die Leute haben sich zum Großteil an die Regeln gehalten", berichtet auch Uwe Sulzer, Betriebsleiter des Veitsbads. Das Kreisschwimmen habe sehr gut funktioniert. Und auch die Maske setzten fast alle auf, ohne zu klagen. An den heißen Tagen war das Bad an den Nachmittagen ausgebucht. So zählte man heuer an Spitzentagen 1000 bis 1100 Gäste, in anderen Jahren sind es 3000. Auch sonst aber sei es recht gut besucht gewesen. "Die meisten waren dankbar, dass wir aufgemacht haben", sagt Sulzer. Hin- und hergerissen sei er selbst anfangs gewesen, jetzt aber ist er froh, dass man sich in die Corona-Saison wagte. Übrigens: Noch bis einschließlich Sonntag hat das Veitsbad geöffnet (bis 19 Uhr).

Ins Bibertbad strömten an Hitzetagen etwa 1300 Menschen, "vor Corona waren es 2000 bis 3000", sagt Werkleiter Timo Schäfer. Auch wenn die Besucherzahlen hinter denen aus normalen Jahren liegen und es eine "kleine Minderheit" gab, die unzufrieden mit den Beschränkungen war: Unterm Strich sei es sehr, sehr gut gewesen, dass man das Badevergnügen anbieten konnte – ein Stück Normalität. Was Schäfer außerdem aufatmen lässt: "Wir sind alle froh, dass kein Bad zum Hotspot wurde."

Fürther Hallenbad noch geschlossen

Nun hofft er, dass das auch in der Hallenbad-Saison so bleibt. Die hat in Zirndorf bereits gestern begonnen. Er habe keine Erwartung an die Umsätze oder die Besucherzahl, so Schäfer. Er wünsche sich nur, dass die Infektionszahlen auch im Herbst, wenn sich das Leben wieder in geschlossene Räume verlagert, niedrig bleiben – "und alle, die gesund ins Bad gehen, gesund herauskommen".

In Fürth ist das Hallenbad am Scherbsgraben derweil noch geschlossen. "Wir sind bestrebt, es in Randzeiten anzubieten", sagt Wolfgang Greul von der infra. Auch im Hallenbad muss die Besucherzahl begrenzt werden – so dass in dieser Wintersaison vor allem Schulen und Vereine zum Zug kommen werden. "Wir schauen gerade, was möglich ist." Das Hallenbad in Stadeln unterdessen öffnet am 11. September.

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