Fürther Guerilla-Gärtner: Blumen blockieren den Trampelpfad

10.9.2016, 16:00 Uhr
Es grünt so grün: Die neue – mit der Stadt keinesfalls abgestimmte – Pflanzung wird eifrig gegossen.

Es grünt so grün: Die neue – mit der Stadt keinesfalls abgestimmte – Pflanzung wird eifrig gegossen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Glockenblumen sind dabei, Fleißige Lieschen und auch Enzian. Sie blühen dort, wo Stunden zuvor nichts blühte: am Beginn des Trampelpfads, der sich durch den Grünstreifen der Willy-Brandt-Anlage zieht. Anwohner und der Verein „Wir sind Fürth“ (WsF) haben Euro-Paletten mit Vlies und Erdreich versehen und bepflanzt.

Der Zweck der Barrikade ist klar: Sie soll verhindern, dass Fußgänger und Radler durch die strapazierte Grünanlage laufen beziehungsweise fahren. Wie berichtet, toleriert die Stadt das bislang. Am Trampelpfad wurden lediglich Schilder mit der Botschaft „Benutzung auf eigene Gefahr“ aufgestellt. Ändern soll sich dann etwas, wenn das Rathaus in einigen Jahren viel Geld in die Hand nimmt, um die Willy-Brandt-Anlage grundlegend zu sanieren.

Anwohner und WsF befürworten dieses Vorhaben, allerdings fordern sie vorab schon eine „kleine Lösung“, wie sie es nennen. Bereits jetzt müsse der Trampelpfad verschwinden und neu angesät werden. „Das hier hat einen Grad der Unansehnlichkeit erreicht, der kaum zu ertragen ist“, sagt beispielsweise Thomas Heyden, Anwohner und Sprecher von WsF.

Noch bedenklicher ist in seinen Augen: Das Erdreich habe sich massiv verdichtet, außerdem liegen Wurzeln der Bäume frei, die die Anlage säumen. „Wir können nicht länger warten, sonst gehen die ein.“ Dass die Stadt nicht aktiv wird, ist auch für Anwohnerin Elisabeth Imholz völlig unverständlich.

Die rund 20 Guerilla-Gärtner verstehen ihre Paletten-Pflanzung als „symbolische Aktion“ vor der nächsten Bauausschuss-Sitzung. Am Mittwoch wird ein Antrag der Grünen verhandelt, in dem es um Maßnahmen geht, die die Willy-Brandt-Anlage zeitnah schützen sollen – also lange vor der geplanten Sanierung in einigen Jahren.

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