Fürther Heimatforscher mit dunkler Vergangenheit

31.8.2017, 11:00 Uhr
Adolf Schwammberger (Mitte in Uniform) und Gauleiter Albert Forster (links) in Thorn.

Adolf Schwammberger (Mitte in Uniform) und Gauleiter Albert Forster (links) in Thorn. © Archiv

Bereits zwei Monate nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht im September 1939 auf Polen gingen die ersten Beamten und Verwaltungsangestellten der Stadt Fürth zum Aufbau einer Verwaltung in die besetzten Ostgebiete. Auch der bis dahin amtierende und durch zahlreiche Affären politisch schwer angeschlagene Oberbürgermeister Fürths, Franz Jakob, zog schon Anfang November 1939 in die vom Deutschen Orden 1231 an der Weichsel gegründete Stadt Thorn, das heutigen Torun. Diese Stadt gehörte dem Gau Danzig an, dessen Gauleiter ebenfalls ein Fürther war – Albert Forster.

Mit Jakob, unter dessen Regie in der Pogromnacht 1938 die Fürther Hauptsynagoge in Schutt und Asche gelegt wurde, gingen viele weitere Angestellte und politische Funktionsträger der NSDAP Fürths mit. Darunter war auch der bekannte Historiker und Chronist Adolf Schwammberger. Doch was machten die Fürther im besetzten Polen, wie sah der Alltag aus? Welche Rolle spielten Jakob und Schwammberger bei der Verfolgung von Juden und Polen in Thorn und wurden diese Personen für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen?

Mit diesen Fragen befasste sich der Fürth-Wiki-Forscher Kamran Salimi im Sommer 2016 vor Ort und sichtete die Archive nach den Spuren der ehemaligen Fürther in Thorn. Die Ergebnisse der Sichtung von weit mehr als 1000 Aktenseiten und Fotoarchiven präsentiert Salimi nun erstmals der Öffentlichkeit. Im Anschluss steht er dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro und berechtigt auch zum Besuch der Ausstellungen. Da die Platzkapazität begrenzt ist, empfiehlt sich der Vorverkauf.

 

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