Auf Plakaten und Social Media

Fürther Kampagne: Azzouzi und Aytekin werben fürs Impfen

4.8.2021, 15:40 Uhr
Mit ihnen startet die Kampagne: Referee Deniz Aytekin, Kleeblatt-Sportchef Rachid Azzouzi, Landrat Matthias Dießl und OB Thomas Jung (im Uhrzeigersinn).

Mit ihnen startet die Kampagne: Referee Deniz Aytekin, Kleeblatt-Sportchef Rachid Azzouzi, Landrat Matthias Dießl und OB Thomas Jung (im Uhrzeigersinn).

Die Motive werden den Menschen auf Plakaten, Anzeigen und Flyern begegnen, auf Facebook und Instagram. Rachid Azzouzi und Deniz Aytekin machen den Anfang, neben Fürths OB Thomas Jung und Landrat Matthias Dießl. Weitere Persönlichkeiten aus Stadt und Landkreis folgen in den nächsten Wochen. Ihr gemeinsames Ziel: Sie wollen der Impfkampagne einen Schub geben.


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Warum? Mehr Freiheit, mehr Normalität, mehr Miteinander, mehr Unbeschwertheit versprechen sie sich davon. "Ich bin dabei! Weil der Ronhof nur mit Euch bebt", sagt etwa Rachid Azzouzi, Geschäftsführer Sport bei der SpVgg Greuther Fürth, auf seinem Plakat. "Weil wir nur gemeinsam Corona bezwingen können", erklärt Deniz Aytekin, der zu den besten Schiedsrichtern Deutschlands gehört und in Oberasbach zuhause ist.

Die beiden bekannten Gesichter aus dem Fußball dürften noch einmal andere Zielgruppen erreichen als der Oberbürgermeister und der Landrat, die sich ebenfalls für die gemeinsame Werbekampagne von Stadt und Landkreis Fürth abbilden haben lassen. Thomas Jung ("Weil Fürth mit Impfen gewinnt!") und Matthias Dießl ("Weil wir uns so gegenseitig schützen können!") sehen mit Sorge, dass die Impfbereitschaft deutlich zurückgegangen ist.

"Um die Pandemie endgültig in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, dass sich die Menschen impfen lassen", sagt Rathauschef Jung zum Start der Aktion. "Schulbesuch, Veranstaltungen, Urlaube, Begegnungen – dies alles muss wieder entspannt und ohne Sorge möglich sein."

Auch in Stadt und Landkreis Fürth werden seit einer Weile nicht mehr besonders viele Erstimpfungen durchgeführt, obwohl inzwischen kein Termin mehr nötig ist und es To-Go-Angebote gibt. Zwischen 250 und 350 Erstimpfungen am Tag erledigen Impfzentrum, mobile Teams und Arztpraxen zurzeit noch. Zählt man die Zweitimpfungen hinzu, werden im Schnitt 1066 Menschen täglich geimpft, wie Ordnungsreferent Mathias Kreitinger kürzlich im Stadtrat berichtete. Das sei nicht schlecht, aber ein Nachlassen ist zu spüren. Das Impfzentrum, das im Juni um die 1000 Spritzen am Tag verabreichte, kommt jetzt auf 650 am Tag.

51 Prozent komplett geimpft

Mit Hilfe der mobilen Angebote – wie dem Impfbus, den Impf-Rettungswagen oder dem Container, der auf der Freiheit stand – sei es gelungen, seit 10. Juli rund 1000 Menschen zu versorgen. Der Aufwand sei zwar groß, so Kreitinger, "aber vermutlich sind das 1000, die sich sonst nicht hätten impfen lassen". Vom Impfzentrum wurden bis zu den Ferien zudem 1000 Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahre immunisiert.

Inzwischen sind in Stadt und Landkreis 56,5 Prozent der Menschen mindestens einmal und 51,3 Prozent vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bis zu den Sommerferien konnte das Impfzentrum jeder und jedem Berechtigten ein Impfangebot machen, so Dießl. "Damit haben auch wir vor Ort die Zielvorgabe aus der Bundespolitik voll erfüllt". Zusammen mit Jung appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger: "Nehmen Sie das Impfangebot wahr und schützen Sie so sich und Ihre Mitmenschen."

Auch am Fürther Klinikum, wo momentan nur eine Covid-19-Patientin behandelt werden muss, setzt man große Hoffnungen ins Impfen. Bereits im Juli lobte der Medizinische Direktor Dr. Manfred Wagner, der die Politik in der Pandemie schon oft gescholten hat, die Kampagne der bayerischen Staatsregierung (Titel: "Ich tu’s für"). Und er erzählte: "Ich tu’s in erster Linie für meine Enkelkinder, die sind jetzt ein und drei Jahre alt. Und ich wünsche denen wirklich von Herzen wieder eine einigermaßen normale Kindheit." Mit normalem Kindergarten, normaler Kita, normalem Spiel mit Freunden. Mit Freibad und Turnverein. Die Aussagen von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger indes hält Wagner für unverantwortlich.