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Fürther Klinikum für den Ernstfall vorbereitet

Die zweite Coronawelle macht sich im Fürther Krankenhaus bemerkbar - 20.10.2020 06:00 Uhr

Das Klinikum Fürth ist gerüstet für die zweite Welle. Nachdem es lange ruhig war, wurden nun die ersten Covid 19 Patienten eingeliefert. 

21.08.2020 © Hans-Joachim Winckler


Den Sommer über tagte der Krisenstab im Klinikum nur einmal pro Woche, ab jetzt kommen die Experten wieder zweimal zusammen. "Was sich in der Bevölkerung schon mit erhöhten Infektionszahlen abgezeichnet hat, kommt nun auch bei uns im Krankenhaus an. Wir merken den Beginn der zweiten Welle", sagt der Medizinische Direktor und Leiter des Krisenstabs, Dr. Manfred Wagner.

Auch die Zahl der durch Coronapatienten belegten Betten im Großraum stieg zuletzt von 89 auf 122. Die Siebentage-Inzidenz lag gestern bei 24,61 für die Stadt und bei 25,68 für den Landkreis. Manfred Wagner geht davon aus, dass die Zahl in naher Zukunft in allen bayerischen Städten auf über 35 steigen wird.

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Um nicht von der zweiten Welle überrollt zu werden, hat man am Klinikum den ganzen Sommer über weiter gearbeitet, sich mit Vertretern von Stadt und Landkreis, Gesundheitsamt und Rettungsdiensten ausgetauscht, Kontakt zu den Pandemiebeautragten der großen Kliniken in der Region gehalten und an Konzepten für Behandlung, Testungen und Besuchsregelungen gefeilt.


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Bestimmte Klinikbereiche sind fest für Covid-Patienten vorgemerkt. Und es gibt Stationsbereiche, in denen weitere Betroffene unterkommen können, auch wenn sie nicht intensivmedizinisch behandelt werden müssen oder vorerst nur als Verdachtsfälle gelten.

Letztere herauszufiltern, hält Wagner für wichtig. Sie binden nämlich räumlich und personell viele Kapazitäten. So müssen die Pflegekräfte bei jedem Kontakt die komplette Schutzkleidung anziehen, ohne zu wissen, ob das überhaupt nötig ist. Deshalb hat man das hauseigenen Labor aufgestockt, um nach fünf bis sechs Stunden und nicht erst nach 48 Stunden, wie häufig üblich, das Ergebniss vorliegen zu haben.

Um die Gefahr einer Ausbreitung im Krankenhaus zu minimieren, werden Mitarbeiter, die in besonders relevanten Bereichen arbeiten und mit vielen Menschen in Berührung kommen, regelmäßig und engmaschig getestet. Dazu gehören unter anderem die Beschäftigten beim Krankentransport, aus der Onkologie und der Intensivmedizin.

Gerade erst beschlossen wurde auch, dass im direkten Kontakt mit Patienten FFP2-Masken getragen werden sollen. "Durch die höhere Dichtigkeit schnauft man zwar schwerer, aber man kann auch wirkungsvoll eine Ansteckung vermeiden", so Wagner.


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Um einen unkontrollierten Zustrom zu vermeiden, gibt es Einlasskontrollen durch einen Sicherheitsdienst. Wer einen Krankenbesuch absolviert, muss sich registrieren, damit eine Nachverfolgung möglich ist. Der Medizinische Direktor betont: "Wir waren immer ein offenes Haus. In diesem Punkt halten wir uns aber eng an die Vorgaben der bayerischen Staatsregierung, damit die Maßnahmen für jeden nachvollziehbar sind."

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Auch wenn das Klinikum Fürth viele wichtige Vorkehrungen getroffen hat, blickt er mit gewisser Sorge auf die nächsten Monate, sollte die Pandemie fortschreiten. Sein Appell: "Wir bekommen das nur dann in den Griff, wenn alle sich diszipliniert verhalten, Abstand halten, Masken tragen und unnötige Kontakte vermeiden.Aber ich bin zuversichtlich: Dann können wir es auch schaffen."

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