Montag, 20.01.2020

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Fürther Radwegebau auf Sparflamme

Neuer Schutzstreifen in der Espanstraße als Testfall — Knappe Mittel bremsen - 06.07.2012 16:00 Uhr

Kaum Radler, aber neue Schrägparkplätze: Der gestrichelte Schutzstreifen stößt in der Espanstraße auf Unverständnis. © Günter Distler


Nur noch 75000 Euro im Jahr stehen nach den Abstrichen zur Haushaltskonsolidierung für den Radwegebau zur Verfügung. Allein 50000 Euro hat das Markieren sogenannter Schutzstreifen auf einer Länge von zwei Kilometern im Mai in der Espan- und Karl-Bröger-Straße gekostet. Eine Maßnahme, die bei vielen Anwohnern auf Unverständnis stößt, wie Baureferent Joachim Krauße einräumen muss. Denn die extrem breite Straße bot mit ihrem überschaubaren Verkehrsaufkommen bisher schon genug Platz für die wenigen Radler.

Ähnlichen Vorbehalten sieht sich die Stadt in der Erlanger Straße und Stadelner Hauptstraße ausgesetzt, wo am Straßenrand ebenfalls Schutzstreifen angelegt worden sind. Auch hier verläuft der eigentliche Radweg nicht weit davon entfernt im Flusstal. Allerdings sorgt der Kanalbau für eine vorübergehende Unterbrechung. Und die Kosten für die Ausweichroute können aus dem Kanalbau-Topf finanziert werden.

Nebenprodukt einer Baustelle sind auch die neuen Fahrrad-Schutzstreifen auf der Straße Am Europakanal. Ihre Kosten fließen in die Bausumme der öffentlich geförderten Generalsanierung der Graf-Stauffenberg-Brücke ein, müssen also nicht aus dem schmalen städtischen Radwegebudget bezahlt werden. Ebenso verhält es sich bei den neuen Schutzstreifen in der Karolinenstraße, die generalsaniert und sogar mit Flüsterasphalt ausgestattet wurde.

Wählerisch ist der städtische Radwegeplaner Benjamin Hartung nicht. Jede sich bietende Chance ergreift der Mann aus dem Stadtplanungsamt, um das Netz auszubauen und dem Ideal näherzukommen: ein Radwegenetz, das sämtliche Hauptstraßen umfasst. Dass es in Fürth neuralgischere Problemzonen für Stadtradler gibt, als etwa die Espanstraße, will Krauße gar nicht abstreiten. Der Baureferent hat aber immer gleich mehrere Nutzeffekte im Blick.

So ist der Schutzstreifen in der Espanstraße auch ein Instrument zum Rückbau der in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts viel zu breit angelegten Trasse. Und nebenbei konnten auch noch zusätzliche Parkplätze angelegt werden.

Was den Radwegebau gegenüber Straßenbauprojekten benachteiligt sind ausgerechnet seine Vorzüge: die relativ geringen Kosten. Wie Krauße auf Anfrage der FN erläutert, fließen öffentliche Fördermittel nämlich erst ab einem Investitionsvolumen von 100000 Euro. Das wird beim Fürther Stückwerk freilich selten erreicht. Versucht werden soll es jetzt immerhin beim geplanten Radweg im Hasellohweg – als Ergänzung zum Radweg in der Mühltalstraße.

Am Schutzstreifen in der Espanstraße will die Stadt die Effizienz dieser Radwegvariante untersuchen. Sie zählt dabei auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von der Polizei.

VON VOLKER DITTMAR

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