Fürther Schausteller testen ein "Schlemmerfest"

6.5.2018, 10:00 Uhr
Am Rand des Südstadtparks, unter den Bäumen entlang der Fronmüllerstraße, sollen bald die Buden und Stände stehen.

Am Rand des Südstadtparks, unter den Bäumen entlang der Fronmüllerstraße, sollen bald die Buden und Stände stehen. © Thomas Scherer

Die Plakate, die für die Veranstaltung werben, zeigen Sektgläser in stimmungsvollem Licht. Der Titel "Schlemmen im Park" lässt an raffinierte Köstlichkeiten im Grünen denken - beides dürfte allerdings manche falsche Erwartung wecken. Wer mit einem Food-Festival rechnet, das die Fans des genussvollen, bewussten Essens anspricht, wie man es aus anderen Städten kennt, oder mit einem originellen Picknick, wird sich getäuscht sehen: Geschlemmt werden kann natürlich - doch zumindest bei dieser ersten Auflage der Veranstaltung versammelt das Essensangebot vor allem Imbiss-Klassiker, die bei Kirchweihen und Volksfesten beliebt sind. Vor grüner Kulisse freilich.

22 Buden und Stände, dazu Bierbänke, Tische und ein Kinderkarussell werden dafür seit gestern aufgebaut, unter den Bäumen an der Fronmüllerstraße, am Rand des Südstadtparks. Fünf Tage lang - von Mittwoch bis Sonntag (9. bis 13. Mai) - finden Besucher hier eine "Schlemmermeile". Komplett auf der befestigten Fläche, wie Organisator Eduard Wentzl vom bayerischen Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute betont. Man wolle das Ambiente des Parks nutzen, ohne ihn zu belasten.

Die Veranstalter versprechen fränkische und internationale Spezialitäten, etwa Bratwürste, Langos, Crêpes, Pizza und Süßwaren, aber auch Spargel- und Fischgerichte sowie Schnitzelvariationen. In Sachen Bier setzt man auf Grüner, Ammerndorfer und die Nürnberger Schanzenbräu. Auch ein Cocktailstand wird aufgebaut.

Limoges sagte Ja

Für feineres Essen sorgt Fürths französische Partnerstadt Limoges, die wie auf der Michaelis-Kärwa mit einem Stand vertreten ist. Ursprünglich wollte man auch die anderen Partnerstädte einbinden. Marmaris und Xylokastro wurden angefragt, sagt Hilde Langfeld, Fürths Partnerstadtbeauftragte. Doch der logistische und zeitliche Aufwand sei enorm, es habe sich niemand gefunden, der mitwirken wollte. Die Spezialitäten hätten aus dem jeweiligen Land gekühlt transportiert, auch eine Unterkunft hätte bezahlt werden müssen.

Den Wunsch, wieder ein Fest in der Südstadt zu etablieren, gibt es unter den Schaustellern schon seit ein paar Jahren, sagt Wentzl. Weil in dem Stadtteil viele Menschen zuhause sind - und weil man an die Vergangenheit anknüpfen möchte. In den 70er Jahren kamen die Fürther zum Frühlingsfest her, nach einer 20-jährigen Pause lebte der Rummel dann von 1997 bis 2004 noch einmal auf.

Das Jubiläumsjahr schien ein guter Zeitpunkt zu sein, um das neue Südstadtfest "probeweise" zu veranstalten. Das Jubiläum sollte, so wurde es im Kirchweihausschuss vereinbart, auch im Festprogramm aufgegriffen werden. Mit der Zeit verloren die Organisatoren das aber aus den Augen. Walter Landgraf, zuständig fürs städtische Jubiläumsprogramm, nimmt es ihnen nicht übel: Das Fest sei trotzdem eine Bereicherung. "Es ist schön, dass am Südstadtpark was passiert. Dort leben viele Familien."

Sollte das Fest sein Publikum finden, wollen die Schausteller daran festhalten. Dann könnte man es auch weiterentwickeln, sagt Wentzl. Bio-Anbieter, Restaurants oder Food-Trucks sind bisher nicht einbezogen.

Geöffnet sind die Stände täglich von 11 bis 22 Uhr. Am Mittwoch wird das Fest um 18 Uhr mit Bieranstich und Freibier offiziell eröffnet, dazu servieren von 17 bis 21 Uhr Sängerin Danny Tollemer und Andreas Rüsing am Piano französische Chansons. An den folgenden Tagen stehen unter anderem ein Jazz-Frühschoppen, ein Familiennachmittag und ein Fischtag auf dem Programm.

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