Donnerstag, 22.08.2019

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Fürther Schlachthof investiert kräftig

Betriebs-GmbH will fünf Millionen Euro für Kühlhaus, Ställe und die Zufahrt ausgeben - 14.08.2019 21:00 Uhr

Der Schlachthof (im Bild die Grobzerlegung von Schweinen) schreibt seit seiner Gründung schwarze Zahlen und soll 2020 mit Millionenaufwand weiter modernisiert werden. © Schlachthof Fürth


Dank vieler neuer Kunden hat der Metzgerschlachthof Fürth im Jahr 2018 die Zahl der Schlachtungen erhöht und seinen Gewinn gesteigert. Für 2020 sind hohe Investitionen geplant, bei denen laut Pressemitteilung "auch dem Tierschutz hohes Augenmerk" gelten soll. Auf fünf Millionen Euro beziffert Geschäftsführer Konrad Ammon die Maßnahmen wie die Vergrößerung der Stallflächen und der Kühlräume oder eine neue Zufahrt für Viehtransporter von Norden (Veitsbronner Straße). Sein Credo: "Wir müssen in die Zukunft schauen und denken."

Wie Ammon bei der Jahreshauptversammlung der Betriebs-GmbH sagte, kletterte der Umsatz 2018 um 15 Prozent auf 851 700 Euro, der Gewinn erhöhte sich auf fast 50 000 Euro. Zu verdanken ist das der Zahl von Schweineschlachtung, die auf 50 210 stieg (2017: 41 448). Die Zahl der Rinderschlachtungen in der 1990/91 gebauten Anlage ging leicht auf 3642 (3737) zurück, die der Schafe auf 1575 (1617).

Weil Tierschutz für Verbraucher und Behörden immer wichtiger wird, wies der Geschäftsführer auf die strengen Vorgaben hin, die von der Anlieferung bis zur Schlachtung durch 16 Kameras überwacht werden. Wer da nicht mitziehe, werde gegebenenfalls von der Schlachtung in Fürth ausgeschlossen, denn er gefährde die Reputation aller gut 85 Schlachtbetriebe. Die zeitweise Schließung von Schlachtstätten in Tauberbischofsheim und Fürstenfeldbruck seien warnende Beispiele.

"Unser Schlachthof ist gegenüber Banken komplett schuldenfrei", sagt Ammon. Auf den neuerlichen Jahresüberschuss könne man stolz sein, müsse aber auch weiter versuchen, die Kosten im Rahmen zu halten.

Mit 99 Gesellschaftern ist die Schlachthof Betriebs-GmbH die größte GmbH im Bereich Fürth. Um für die notwendigen Investitionen liquide zu bleiben, beschlossen die gut 25 Anwesenden auf Vorschlag des Beiratsvorsitzenden Bernd Wehr, den Jahresüberschuss nicht auszuschütten, sondern als Gewinnvortrag und Eigenkapital im Betrieb zu belassen.

Schließungen in der Region

Dass nach der Schließung mehrerer Schlachthöfe in der Region (zuletzt in Lauf) auch größere Betriebe und Filialmetzger den Weg zur Schlachtung nach Fürth gefunden haben, spiegelte sich in der Neuwahl des siebenköpfigen GmbH-Beirates wider: Neu gewählt wurden Willibald Nießlbeck (Berg) und der ehemalige Obermeister der Fleischer-Innung Lauf-Hersbruck, Manfred Weber (Lauf). Bestätigt wurden neben Bernd Wehr Gerhard Bickel, Lorenz Winkler, Karl-Heinz Holch, Stefan Gänsler sowie Stefan Emmert als Vertreter der Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte. Dieter Sperber ist als Betriebsleiter kooptiertes Mitglied.

Wichtig für die Zukunft des Schlachthofs ist laut Konrad Ammon, den bis 2041 laufenden Erbpachtvertrag mit der Stadt Fürth auf 70 Jahre zu verlängern. Nur dann lasse sich die durch einen Fach-Architekten geplante Schlachthof-Erweiterung wirtschaftlich kalkulieren. Die umfasst unter anderem eine Verdoppelung der Stallflächen, ein neues Kühlhaus mit kostensparendem, umweltfreundlicherem Kühlsystem und die Neuorganisation von Anlieferung und Abholung durch kreisförmige Verkehrsführung.

Positiv betrachtet der Schlachthof-Chef, der auch als Ober- und Bayerns Landesinnungsmeister der Metzger fungiert, den Start ins neue Jahr: Die Schlachtzahlen kletterten bei Schweinen von 20 137 auf 28 544 Tiere, bei Rindern von 1736 auf 1833 und bei Schafen von 926 auf 987.

www.schlachthof-fuerth.de 

fn

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