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Fürther Trogbrücken werden trockengelegt

Großbaustellen am Main-Donau-Kanal über dem Rednitztal in der Südstadt und über dem Zenntal bei Vach - 05.04.2012 09:00 Uhr

Unter der Kanalbrücke über die Rednitz ist eine Arbeitsbühne zur Montage der Versteifungsstreben angebracht worden. Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen der großen Generalsanierung.

© André De Geare


Bereits seit Dezember vergangenen Jahres ist der Fuß- und Radweg unter der Rednitztalbrücke unpassierbar. Schließlich mussten Gerüste, Holzverschläge und schwere Bauteile an der Brückenunterseite angebracht werden. Während der Sanierung werden zusätzlich noch die Betriebswege auf beiden Seiten der Brücken gesperrt. Eine Umleitungsempfehlung für den Fußgänger- und Radverkehr ist im Internet unter www.fuerth.de/fahrradstadt einsehbar.

Verkehrsbehinderungen hat es in der Vorbereitungsphase auch schon auf der Südwesttangente zwischen der Zirndorfer Brücke und der Ausfahrt Schwabacher Straße gegeben. Als Autokräne Material zur Versteifung der Rednitztalbrücke in Position brachten, musste die nach Süden führende Fahrbahn mal teilweise, mal komplett gesperrt werden.

Wie schon vor zwei Jahren an der Trogbrücke über das Zenntal am Fuß des Fürther Solarbergs müssen nun an der 218 Meter langen Kanalbrücke über das Rednitztal alle 67 Lager ausgewechselt werden. Außerdem wird das 40 Jahre alte Bauwerk von außen mit Stahlstreben versteift, um es auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Bei der rund 1,3 Millionen Euro teuren Generalüberholung der Zenntalbrücke 2010 wiederum hatte man festgestellt, dass der Korrosionsschutz nicht mehr ausreichend vorhanden war. Im kurzen Zeitraum der Trockenlegung konnte der allerdings nicht gleich erneuert werden. Das wird nun nachgeholt. Allerdings reicht auch die jetzige Zeitspanne des unterbrochenen Schiffsverkehrs nicht aus, um die Erneuerung komplett durchzuführen. lediglich die insgesamt 1100 Quadratmeter der Seitenwände lassen sich neu schützen. Die Arbeit am Kanalboden muss bei einer weiteren Tockenlegung im nächsten Jahr nachgeholt werden. Ob der Korrosionsschutz auch an der Rednitztalbrücke erneuert werden muss, kann nach den Worten von Marko Ruszczynski, Sachbereichsleiter für Bau und Unterhalt beim Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg, erst die Bauwerksprüfung während der Lagererneuerung ergeben. Im Bedarfsfall muss auch hier die Arbeit nachgeholt werden.

Gelegenheit gibt es bei der jährlichen Betriebspause für Reparaturarbeiten im Frühjahr. Über ein Jahr dauerten Planung und Vorbereitung für die jetzigen 21 Arbeitstage. Neben den beiden Fürther Trogbrücken werden während der Betriebspause auch die Schleusen in Kriegenbrunn, Eibach, Hausen, Forchheim und Dietfurt trockengelegt und generalüberholt. Die elf übrigen Schleusen des 171 Kilometer langen Kanals zwischen Bamberg und Kelheim können im gefluteten Zustand inspiziert und repariert werden.

Am Dienstag nach Ostern werden um sechs Uhr früh schwere Eisentore auf beiden Seiten der Trogbrücken über das Rednitz- und Zenntal angebracht. So abgedichtet, können die Brücken mit vielen Pumpen vom Wasser befreit werden. 28 Millionen Liter Wasser enthält der fünf Meter tiefe Trog am Solarberg, 48 Millionen Liter die viel längere Trogbrücke über das Rednitztal.

Rund zehn Millionen Euro kostet die diesjährige Instandhaltungsmaßnahme. 270 Ingenieure, Techniker und Facharbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie 50 Firmen mit weiteren 250 Mitarbeitern sind damit beschäftigt. Bereits vor zwei Jahren ist der Termin mit den Binnenschiffern abgestimmt worden, damit sich die Häfen langfristig auf die Sperrung einstellen konnten. Zeitgleich werden auch am Main und an der Donau ähnliche Arbeiten durchgeführt.

 

VON VOLKER DITTMAR

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