Fürths neue Wohnquartiere müssen weiter warten

14.9.2018, 05:56 Uhr
Bauzäune riegeln das künftige neue Wohnareal an Hansastraße und Würzburger Straße schon seit geraumer Zeit ab, doch der Baubeginn für die 200 Mitetwohnungen sowie 45 Reihen- und Doppelhäuser verzögert sich.

Bauzäune riegeln das künftige neue Wohnareal an Hansastraße und Würzburger Straße schon seit geraumer Zeit ab, doch der Baubeginn für die 200 Mitetwohnungen sowie 45 Reihen- und Doppelhäuser verzögert sich. © Foto: Händel

Stolze 40.000 Quadratmeter stehen auf dem Gelände an Würzburger Straße und Hansastraße im Westen von Fürth zur Verfügung. Wo zuvor die Discounterkette Norma mit ihrer Zentrale beheimatet war, haben die Bagger schon im Herbst 2017 die alten Gebäude abgeräumt und freie Bahn für das Evangelische Siedlungswerk (ESW) geschaffen.

Der kirchliche Bauträger mit Sitz in Nürnberg will hier rund 200 Mietwohnungen sowie 45 Reihen- und Doppelhäuser hochziehen – vorwiegend für weniger Betuchte. Im Herbst 2018 wolle man loslegen, von drei Jahren Bauzeit gehe man aus, hieß es Ende des vergangenen Jahres. Nun aber hat sich die Lage aus verschiedenen Gründen verkompliziert. Nach Auskunft von ESW-Sprecherin Elaine Eckert hofft ihr Unternehmen auf einen Startschuss im Frühjahr 2019.

"Keine definitiven Ergebnisse erzielt"

Zum einen muss geklärt werden, wie das Wohngebiet so an die Entwässerung angebunden wird, dass es den inzwischen verschärften Vorschriften entspricht. Zum anderen haben Proteste der Anwohner, deren Ein- und Zweifamilienhäuser ans Areal grenzen, für Verzögerungen gesorgt. Sie empfinden die geplanten Mietwohnungsgebäude mit bis zu fünf Geschossen als zu massiv und zu abrupt neben der aufgelockerten Altbebauung,

Man habe deshalb, so Stadtplanungsamtschef Dietmar Most auf FN-Nachfrage, noch einmal das Gespräch mit dem ESW gesucht – bisher aber "keine definitiven Ergebnisse" erzielt. Bis zum Jahresende wird der Fall erneut im kommunalen Bauausschuss und im Stadtrat auf die Agenda kommen. Dann sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Most sieht die Stadt bei den Verhandlungen im Zwiespalt – zwischen dem erklärten politischen Willen, mehr Wohnraum zu schaffen, der auch bei schmalerem Geldbeutel erschwinglich ist, und den Befindlichkeiten der seit langem hier lebenden Menschen.

Wohin mit dem Regenwasser?

Auch im Reichsbodenfeld wird es nicht, wie eigentlich beabsichtigt, diesen Herbst mit den Arbeiten für ein Wohnquartier mit 250 bis 300 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern losgehen. Grund: Laut Dietmar Most ist auch hier noch Nachsitzen in Sachen Regenwasserableitung nötig. Nach aktuellem Stand der Dinge ist ein sogenannter Überflutungsnachweis für das 60.000 Quadratmeter umfassende Gebiet nahe der Südwesttangente, zwischen Breslauer Straße und ehemaliger US-Offizierssiedlung, zu erbringen: Ein Gutachten muss zeigen, wo und wie Regenwasser abfließen kann, wenn die Kanäle bereits voll sind – eine Reaktion auf die zunehmenden Starkregen-Ereignisse der vergangenen Jahre mit ihren teils verheerenden Folgen.

Hinzu kommen, Most verhehlt das nicht, personelle Probleme in der Bauverwaltung wegen Stellen, die noch nicht wieder besetzt werden konnten (wir haben berichtet). Der Bebauungsplan für die Wohngebäude auf den Äckern und Wiesen rund um den bereits bestehenden Einkaufskomplex mit Discounter, Drogeriemarkt, Sparkasse, Apotheke und Physiotherapie-Praxis stehe im Prinzip. Auch hier, sagt Most, sei aber frühestens im nächsten Frühjahr mit dem Baubeginn zu rechnen.


Die Diskussion mit dem Titel "Flächenfraß und Wohnungsnot: Wie verändert sich die Region?" beginnt um 20 Uhr in der Stadthalle. Auf dem Podium sitzen Fürths OB Thomas Jung, der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig, ESW-Geschäftsführer Hannes B. Erhardt und Michael Peter, Gründer und Chef des Fürther Immobilienunternehmens P & P. Der Eintritt kostet 10 Euro, Zeitungsabonnenten mit ZAC–Rabatt zahlen für Tickets in der FN-Geschäftsstelle, Schwabacher Straße 106, nur 6 Euro.

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