28°

Dienstag, 18.06.2019

|

Fusion der Recyclinghöfe liegt auf Eis

Stadt findet kein geeignetes Grundstück — Areal an der Karolinenstraße wird erweitert - 19.07.2018 06:00 Uhr

An der Karolinenstraße können Bürger bis ins Jahr 2029 ihre Wertstoffe abliefern. Die Stadt will den Recyclinghof außerdem vergrößern. © Foto: Winckler


Wie berichtet, platzt der kommunale Recyclinghof am Solarberg aus allen Nähten. Der von der K. Bonn Abfallwirtschaft GmbH betriebene Zwilling an der Jakobinenstraße musste Ende Februar 2017 wegen der geplanten Bebauung des ehemaligen Bahngeländes seinen Stammplatz räumen. Am neuen Standort in der Karolinenstraße läuft der Vertrag mit der Firma Bonn zum 28. Februar nächsten Jahres aus. Er soll nicht mehr verlängert werden.

Stattdessen will die Stadt einen neuen privaten Unternehmer suchen. Dies sei wirtschaftlich günstiger als ein Betrieb in Eigenregie wie am Solarberg, heißt es im Zwischenbericht, den die Leiterin der Abfallwirtschaft, Susanne Grünbaum, dem Umweltausschuss präsentierte.

Nach den Berechnungen ihres Amtes würde dies im Vergleich zu einem Privatbetrieb mit 360 000 Euro mehr im Jahr zu Buche schlagen. Zudem können Kosten für Ausschreibungen und Personalschulungen gespart werden. Da bislang kein geeignetes Grundstück gefunden wurde, verfolgt man den Plan, beide Recyclinghöfe auf einem neuen Gelände zusammenzulegen, vorerst nicht mehr mit Nachdruck weiter.

Miet-Option bleibt offen

Allerdings betont Grünbaum: "Glücklich mit der jetzigen Lösung sind wir nicht." Es werde langfristig noch immer Ausschau nach einem gemeinsamen Standort gehalten. In der Karolinenstraße hat sich die Stadt für alle Fälle die Option auf eine Verlängerung des Mietvertrags nach 2029 offen gehalten. Wie am Recyclinghof Atzenhof können Fürther Bürger hier Glas, Papier, Holz, Metalle, Altkleider Styropor, Bauschutt, Kork, CDs, Altfett, Altreifen, Elektroschrott, Sperrmüll und Leuchtstoffröhren entsorgen – nicht jedoch Sondermüll. Der wird bislang von einem Schadstoffmobil zweimal jährlich eingesammelt. Wegen geringer Nachfrage stellt die Stadt diesen Service jedoch zum Jahresende ein.

Nur noch 40 Bürgerinnen und Bürger haben zuletzt im Frühjahr von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Giftmüll am Spezialfahrzeug abzugeben. 394 Kilogramm Abfälle kamen dabei zusammen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs brachten noch 80 Anlieferer 468 Kilo Sondermüll vorbei. 7250 Euro kostet die Stadt die zweimal jährlich durchgeführte Sammlung. Weil sich das nicht rechnet, soll ab 2019 eine zusätzliche Fachkraft an einem Samstag im Monat am Recyclinghof Atzenhof den Giftmüll entgegennehmen und sortieren.

Die, wie berichtet, als Pilotprojekt mit 7000 Teilnehmern auf der Hardhöhe geplante Haushalts-Altfettsammlung kommt unterdessen noch nicht in die Gänge. Zwar hat die Betreiberfirma Lösch inzwischen Fördergelder zugesichert bekommen, doch will sie noch Nachbarkommunen wie Erlangen mit ins Boot holen.

Auf Wunsch der Stadträte wird an den Recyclinghöfen weiterhin auch noch Hausmüll in kleineren Mengen angenommen. Allerdings gegen Gebühr, um zu verhindern, dass an den kostenpflichtigen Mülltonnen gespart wird.

Zur Entlastung des Wertstoffhofs am Solarberg sollen Anlieferer in die Karolinenstraße umdirigiert werden. Daran gedacht ist, dort die Öffnungszeiten auszuweiten: von derzeit 35 auf 46 Stunden in der Woche. Elektronische Kontrollen der Containerbewegungen und bargeldlose Abrechnung mit einem Kartensystem sollen die Arbeit erleichtern. Für die Mitarbeiter in der Südstadt sollen ab März 2019 zusätzliche Sanitärräume eingerichtet werden. 

Volker Dittmar

5

5 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth