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Mittwoch, 23.10.2019

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Galgenfrist für Mosaik verlängert

Die Stadt muss erst Ende des Jahres entscheiden, ob das Kunstwerk erhalten wird - 10.06.2010

Das Mosaik von Hans Langhojer und Georg Weidenbacher ist der Fassadendämmung im Weg. Für den Erhalt des Kunstwerks sind Spenden nötig, doch bislang ist längst nicht so viel Geld zusammengekommen, wie erhofft. © Pfrogner


»Wir haben die Baumaßnahme so organisiert, dass wir mehr Zeit gewinnen«, sagte Baureferent Joachim Krauße in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochnachmittag. Wie berichtet, ist das Mosaik der Fassadenisolierung im Weg, die im Rahmen der Schulhaussanierung vorgenommen werden soll. Der Stadt fehlt das Geld für das Abnehmen und erneute Aufbringen auf die Wärmedämmung. Will man das Werk erhalten, kommt man laut Krauße um dieses Vorgehen nicht herum. Wegen der Beschaffenheit der Mauern bringe es nichts, die Schule nur von innen zu dämmen. »Es muss auch von außen etwas aufgebracht werden.«

Wie ebenfalls berichtet, hatte der Bauausschuss Anfang Mai beschlossen, dass die Stadt die Hälfte der Kosten für den Erhalt – im Raum stehen rund 130000 Euro – übernehmen werde, falls der Rest durch Spenden gedeckt werde. Allerdings haben die Fürther – Stand gestern – erst 3100 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt. »Das ist ein erster Schritt«, findet Bürgermeister Markus Braun, »aber es fehlt noch ein gehöriger Teil«. Bis die Stadträte im Dezember eine endgültige Entscheidung fällen müssen, soll nun noch einmal kräftig die Werbetrommel für Spenden gerührt werden.

Das Mosaik gilt als das größte Gemeinschaftswerk der Fürther Künstler Hans Langhojer und Georg Weidenbacher und entstand im Jahr 1960. In leicht abstrakter Form stellt es die zum damaligen Zeitpunkt an der Berufsschule vertretenen Gewerke dar.

Mit Freude nahm Stadtheimatpfleger Alexander Mayer auf, dass die Entscheidung für oder gegen den Erhalt nicht unter Zeitdruck gefällt werden muss. Er gab am Rande der Sitzung bekannt, dass ihm der Erbe von Hans Langhojer, ein 71-jähriger Laufer, per Vollmacht übertragen hat, sich für »die Wahrnehmung« seiner »Urheberrechte«einzusetzen, die dem Mann als Erben zustehen.

Maier glaubt, dass die Stadt eben jene Urheberrechte verletzen könnte, sollte sie das Mosaik entfernen oder überdecken. »Ich werde diese Vollmacht mit allen Konsequenzen wahrnehmen«, kündigte Mayer an. Zwar sei er nicht ganz glücklich damit, aber er habe eingesehen, dass es seine Aufgabe ist.

Johannes Alles

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