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Sonntag, 26.05.2019

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Gefahr von Stichflammen: Fürth sperrt den Solarberg

Wegen eines Defekts kann derzeit Gas aus der früheren Mülldeponie dringen - 17.04.2019 14:20 Uhr

Die Spazierwege, die auf den Solarberg führen, wurden sicherheitshalber abgeriegelt. © Winckler


Der Hintergrund: Im Inneren der früheren Mülldeponie zersetzen sich bis heute die organischen Abfälle – und produzieren brennbares Gas. Seit dem Jahr 2012 erzeugt eine Fackelanlage der infra daraus Wärme. Allerdings ist jetzt eine sogenannte Reglerstation ausgefallen, deren Aufgabe es ist, das Gas aus dem Berg zu saugen. Theoretisch könnte es nun durch das Erdreich ins Freie dringen.

Auf dem Berg gilt zwar ohnehin ein Feuerverbot. Doch sollte sich jemand nicht daran halten und beispielsweise eine Zigarettenkippe auf den Boden schnippen, könnte es zu einer Verpuffung in Form einer Stichflamme kommen. "Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen", begründet Antonius Kaiser vom Amt für Abfallwirtschaft die Absperrung.

Dass der Berg, der sich längst zu einem Naherholungsgebiet entwickelt hat, nun ausgerechnet über die Osterfeiertage und bei bestem Wetter Spaziergängern nicht zur Verfügung steht, bedauert er. Die Firma, die die Reglerstation reparieren soll, habe sich für nächsten Mittwoch angekündigt. Kaiser betont ausdrücklich, dass selbst für die nahe Umgebung des Berges keine Gefahr bestehe. Sowohl der Recyclinghof als auch der Golfplatz seien in keiner Weise betroffen.

Die Qualität des Deponiegases wird übrigens seit Jahren immer schlechter, der Zersetzungsprozess nähere sich dem Ende. 2024, sagt Antonius Kaiser, werde man die Anlage abbauen.

Die Geschichte der Mülldeponie Atzenhof begann im Jahr 1968. Exakt 31 Jahre danach wurde sie wieder geschlossen und der Berg versiegelt. 2003 beschloss der Stadtrat, dort Photovoltaikanlagen zu montieren. Die 5760 Module auf der Südseite liefern heute durchschnittlich eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr; damit lassen sich etwa 250 Haushalte versorgen.

Im Lauf der Jahre entwickelte sich aus dem einstigen Schuttberg ein Naherholungsgebiet, in dem über 250 Pflanzenarten gedeihen.

  

JOHANNES ALLES

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