Gewächshaus erregt Gemüter in Obermichelbach

14.5.2016, 14:00 Uhr
Das geplante Gewächshaus treibt die Obermichelbacher weiter um.

Das geplante Gewächshaus treibt die Obermichelbacher weiter um. © Roland Weihrauch/dpa

Bürgermeister Herbert Jäger sieht den Ablauf wie folgt: Zunächst sollen die Gemüsebauern einen Bauantrag stellen, damit es konkrete Fakten gebe, über die man reden könne, meinte er. Bevor der Gemeinderat über den Antrag abstimmt, soll es besagte Bürgerversammlung geben. Deren Termin könnte, so Jäger, in der Gemeinderatssitzung am 6. Juni bekanntgegeben werden. Dem Bürgermeister gefällt es zwar nicht, dass der neue Entwurf des Gewächshauses auf den 80.000 Quadratmetern noch einmal anders ausfällt als ursprünglich geplant – allerdings: Das Landratsamt werde als Genehmigungsbehörde den Bauantrag prüfen.

Ein Bürger schlug vor, Punkte zu suchen, an denen man einhaken könne. Auch wenn das Gewächshaus ein privilegiertes Vorhaben sei, können öffentliche Belange gegen eine Genehmigung sprechen bzw. könne man den Bauherren zumindest Auflagen machen. Im Nürnberger Vorort Kraftshof verfügte der Stadtplanungsausschuss im November 2014 etwa eine Veränderungssperre auf einer Fläche, auf der ein 31 000 Quadratmeter großes Gewächshaus geplant war. Hierbei war die Einschränkung der Sichtachse ein Argument.

Auch Herbert Schuhmann (FW) verwies auf das Orts- und Landschaftsbild, das er durch das Gewächshaus verunstaltet sehe – daraufhin applaudierten die Zuhörer, so dass Bürgermeister Jäger sie zur Ordnung rufen musste. Bauherr Fritz Boß führte als Argument für das Projekt die Gewerbesteuer und die Nutzung der Abwärme der Biogas-Anlagen an. An die Adresse der Zuhörer sagte er: „Ich finde es schade, dass Sie nicht aufgeklärt sind“ – worauf er Lacher erntete.

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