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Gewerbegebiet unter Vorbehalt

Das Bürgerbegehren könnte die Ansiedlung von dataform dialogservices in Buchschwabach verhindern. - 04.06.2019 17:36 Uhr

Zum Protest gegen die Ansiedlung auf dem Acker wurde im März symbolisch Fläche versiegelt. Doch es gibt nicht nur Kritiker, etliche Buchschwabacher Bürger befürworten das Vorhaben nahe ihres Dorfes. Beide Seiten verfolgen die Diskussion im Marktgemeinderat aufmerksam. © Foto: Armin Leberzammer


Den Vorentwurf des Bebauungsplans stellte Jörg Bierwagen dem Gremium vor, planender Ingenieur des Büros Christofori und Partner. Doch alles, was er vorlegte, steht unter Vorbehalt und könnte vielleicht sogar im Papierkorb landen.

Auch die Auslegung des Bebauungsplans müsste gestoppt werden, wenn das Bürgerbegehren zulässig ist. Nachdem zunächst zu klären ist, ob die bereits eingereichten mehr als 1000 Unterschriften gültig sind, muss die kommunale Rechtsaufsicht beim Landratsamt prüfen, ob über die Zukunft des Geländes überhaupt in einem Bürgerbegehren entschieden werden kann. Schließlich handelt es sich um ein Gelände, das schon seit mehreren Jahren im Flächennutzungsplan für Gewerbe reserviert ist.

In einer Sondersitzung am 18. Juni wird der Marktgemeinderat diese Frage diskutieren. Sollte es zu einem Bürgerbegehren kommen, muss außerdem geklärt werden, ob zusätzlich ein Ratsbegehren initiiert wird. Dann würde auch aus dem Marktgemeinderat heraus eine Frage an die Bürger gestellt werden, um über die Gewerbeflächen zu entscheiden.

Vorsichtshalber wird aber weiter geplant, damit, falls es grünes Licht für die Ansiedlung von dfds gibt, alle Formalien des Bebauungsplanverfahrens anlaufen können.

Architekt Bierwagen legte dem Roßtaler Bauausschuss die ersten Pläne vor. Darauf zu sehen sind zwei große Hallen, die etwa zwei Drittel der jetzigen Ackerfläche einnehmen, zirka neun Hektar. Das letzte Drittel an der Stuttgarter Straße sieht 13 Parzellen vor, die für kleinere Gewerbebetriebe gedacht sind. Sie sind haben eine Größe zwischen 1500 und 4000 Quadratmetern.

Naturnahe Teiche

Hartnäckige Nachfragen stellte Marktgemeinderat Hans- Jürgen Bauer (SPD). Ihn interessierte unter anderem die ökologische Ausgleichsfläche, die etwa 20 Prozent des gesamten Areals einnimmt. Sie wird im nördlichen Teil des Geländes entstehen und sieht zwei Regenrückhaltebecken vor. Sie werden wie Teiche angelegt und bepflanzt. Gespeist werden sie mit Oberflächenwasser aus dem versiegelten Bereich.

Der größere der künstlichen Teiche dient allein für die Hallen der Firma dfds und wird künftig wohl auch von ihr gepflegt, der kleinere ist für das restliche Gebiet gedacht. Großes Thema ist auch die zu erwartende Lärm- und Verkehrsbelastung. Die Lastwagen, die dfds anfahren, sollen zwischen den beiden Hallen stehen und dort ent- und beladen werden. "Das soll den Lärm möglichst minimieren", erklärte Bierwagen.

Das Verkehrsgutachten liegt zwar noch nicht vor, doch Bierwagen nannte schon jetzt einige Zahlen. Für das Gewerbegebiet wird mit täglichen 380 Ein- und 250 Ausfahrten gerechnet. Die tägliche Belastung auf der Bundesstraße 14 liegt bei rund 10 100 Fahrzeugen. Sie ging in den jüngsten Jahren zurück, was Bierwagen mit dem Ausbau der Autobahn 6 erklärte.

Die Zufahrt an der B 14 soll künftig eine Rechtsabbiegespur in das Gewerbegebiet bekommen. Darüber wird aktuell mit dem Staatlichen Bauamt verhandelt.

Im Bauausschuss stimmten sechs Mitglieder für die Auslegung des Bebauungsplans. Hans-Jürgen Bauer, Stefanie Rietzke (CSU) und Michael Brak (Grüne) votierten dagegen. 

BEATE DIETZ

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