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Mittwoch, 18.09.2019

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Gewissheit erst am dritten Tage

Kompositionen zur Auferstehung - 20.11.2007

Kurt Grahls eingängig-moderne Oster-Kantate «Das ist der Tag, den Gott gemacht» und der Auftritt des Jugendchors führten ans Leitmotiv, die Auferstehung Christi, heran. Danach ein Wiederhören mit einer Auftragskomposition: 2004 wurde Grazia Salvatoris «Meditatio super Victimae pascali laudes» bei den Kirchenmusiktagen uraufgeführt. Melismatisch verziert von der Violine und geerdet von der Orgel (Sirka Schwartz-Uppendieck), glänzt der mittelalterliche Hymnus in neuer Pracht, von Mezzosopranistin Hanna Eittinger klangschön vorgetragen.

Den melodischen Verlauf hinterfragt hingegen Thomas Ströbele in seinem Werk für Renaissance-Bassblockflöte «Victimae paschali laudes». Jähe Tonsprünge, Triller und rhythmische Variationen des gregorianischen Hymnus führen in archaische Klangbereiche. Der Kreis zwischen uralten und zeitgenössischen Klängen schließt sich mit der durch Summen verfremdeten Ursprungsmelodie.

Praller ist die ebenfalls uraufgeführte Ostermusik des Fürthers Uwe Strübing, der sich für sein Opus 90 (für Streichquartett, Orgel und Stimme) aufs Elisen Quartett, Kulturförderpreisträger 2005, verlassen konnte. «Drei Tage» nehmen Gestalt an, zunächst als Totenklage auf den Schwingen einer glühenden Vokalise; allmählich bricht Licht in die chromatische Enge, Unisono-Passagen brechen durch. Ein heller Durakkord demonstriert zuletzt Gewissheit. Schlicht und wirkungsreich hingegen Vivienne Olives «Sang an Sancta Barbara»: Die Geschichte der frühchristlichen Märtyrerin wird erzählt, zunächst als schlichtes Rezitativ, dem im dramaturgisch klaren Handlungsverlauf jeweils die Trompete (Simone Spaeth) antwortet. Plötzlich gerät die Singstimme in jähe Höhen. Hier litt die Textverständlichkeit etwas.

Auch Heinrich Hartls «Concerto gregoriano» für Streichquartett feiert die Kunst der Reduktion und lässt aus dem Choral «Christ ist erstanden» durch prägnante rhythmische Variationen eine blühende Landschaft erstehen. Den «großen Wind» gab es zuletzt: Volker Felgenhauers «Invokation» für Mezzosopran, Trompete, Orgel und Schlagzeug leuchtet das dramatische Klangspektrum effektreich aus. abr 

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