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Großhabersdorf: Schnupperfischen statt Computerzocken

Besonderes Angebot im Ferienprogramm soll auch für Natur begeistern - 17.09.2015 06:00 Uhr

Den Schwimmer im Blick und gleich im Griff: Auch Gerätekunde stand beim Großhabersdorfer Schnupperfischen auf dem Plan. © Foto: Bastian Perlitz


Mark Schmidt (12) hat da eine etwas andere Einstellung. „Jeder zockt nur mit seinem Handy. Da ist es draußen viel schöner“, beschreibt er seine Begeisterung für die Natur. „Und da wir daheim schon immer Fische haben, bin ich auf das Schnupperfischen aufmerksam geworden.“

Zum mittlerweile zehnten Mal macht der Fischereiverein Großhabersdorf im Ferienprogramm für Kinder zwischen acht und 14 Jahren das Angebot. Der Stöcka-Weiher bietet die Möglichkeit, den Kindern den artgerechten Umgang mit den Fischen näher zu bringen. Die Veranstalter um den Vorsitzenden Markus Hellmuth vermitteln Gerätekunde zu Angel und Zubehör oder zum Knotenbinden, Wissenswertes über Tier und Natur. „Wir möchten den Jungs und Mädels in der Gemeinschaft zeigen, wie das abläuft und vor allem den Bezug zur Natur herstellen. Viele kennen das heutzutage gar nicht mehr“, erklärt Hellmuth die Motivation des Vereins.

Dietmar Gandacker, selbst aktives Mitglied und Gewässerwart, verbindet mit dem Angeln das entspannte Beisammensein. Das Schönste sei, sich nach der Arbeit zu treffen und während des Angelns abzuschalten. Doch auch die Verpflichtung gegenüber der Natur spielt im Verein eine große Rolle. „Die Trendsportart Angeln erfährt in den vergangenen Jahren eine extreme Resonanz. Das reicht von Jugendlichen bis zu Rentnern. Um der Gefahr der Überfischung entgegenzuwirken, wird die Herausgabe der sogenannten Angelkarten gesetzlich geregelt und beschränkt“, sagt Gandacker, der aber auch weiß, dass in Form von Zuchtfischen künstlich nachgeholfen werden muss, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Das Thema Tierschutz schneidet auch Jugendleiter Christoph Fremuth an. „Es ist ja bekannt, was mit dem billigen Fleisch und Fisch aus den Supermärkten los ist. Als Angler wissen wir, was bei uns auf dem Teller landet“, findet er und sagt, man müsse schon den Kleinen erklären, weshalb man den Fisch tötet. „Wenn man auf dem Land aufgewachsen ist, ist das eigentlich normal, man kennt es so, es gehört dazu. Ich glaube schon, dass das in der Stadt etwas anderes ist“, meint Christoph Fremuth.

Mark räumt ein: „Mir tun die Fische schon ein bisschen leid. Töten möchte ich sie nicht selber.“ Von den Fischfritten mit Schnitzelkruste schwärmt er dennoch und meint, er würde sich freuen, wenn mehr Leute rausgehen und das Angeln einfach mal versuchen würden.

BASTIAN PERLITZ

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