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Mittwoch, 24.07.2019

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Großmütter mit großer Mission

Museum Frauenkultur rückt die Leistungen älterer Frauen in den Mittelpunkt - 21.05.2014 21:00 Uhr

Vorträge ergänzen nun die Ausstellung „Gewonnene Jahre – neues Zeitalter für Frauen?“ – hier singt Ute Rüppel bei der Eröffnung. © Hans-Joachim Winckler


Zum Auftakt widmet sich am Freitag, 17.15 Uhr, Prof. Doris Rosenkranz von der TH Nürnberg in ihrem Vortrag dem Thema „Was Frauen alles leisten: Ältere Frauen und Ehrenamt“, bevor Nora Aschacher aus Wien um 18 Uhr über „Die Ambivalenz der mächtigen Mütter. Gèlèdè, Ritual und Gesamtkunstwerk aus dem Benin“ spricht. Mit Gesprächen soll der Abend ausklingen, bevor es dann am Samstag vor allem um die Erfahrungen von Frauen in Afrika und Asien geht, genauer: um die Beiträge älterer Frauen in und für die Entwicklung ihrer Communities.

Die Leistungen dieser Frauen für die Entwicklung ihrer Dorfgemeinschaften, Städte oder Regionen, so heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung, würden immer noch zu wenig zur Kenntnis genommen: „Sie verschwinden hinter einer Sichtweise auf Ältere als eine besonders armutsgefährdete und Fortschritte behindernde Personengruppe.“

Das Museum Frauenkultur Regional-International präsentiert eine andere Perspektive: Die Vorträge lenken den Blick darauf, dass ältere Frauen die Existenz der nächsten Generationen sichern, für eine bessere Zukunft ihrer Enkel eintreten, Innovationen tragen und mit dem Erhalt von Traditionen eine selbstbewussten Identität stärken. So sorgen Großmütter in vielen Ländern Afrikas für Aids-Waisen, adoptieren elternlose Kinder und ziehen sie mit geringsten finanziellen Mitteln auf. Hunderte von indischen Großmüttern werden im Barefoot College in Rajastahn in Solartechnik ausgebildet und bringen damit Licht in ihre Dörfer. Die Vereinten Nationen schicken bereits afrikanische Großmütter nach Indien, damit sie von den älteren Frauen dort lernen – denn wenn jüngere Männer ausgebildet werden, wandern diese sofort in die Städte mit den besseren Verdienstmöglichkeiten ab.

Fachfrauen aus Organisationen zivilgesellschaftlichen Engagements, Wissenschaftlerinnen und Frauen mit Projekterfahrungen stellen zwischen 9 und 15 Uhr ihre Arbeit und ihre Ergebnisse vor. Mahlaga Mallah beispielsweise hat im Alter mutig Kampagnen gegen Luftverschmutzung im Iran gegründet und setzt dabei vor allem auf Frauen als Verfechterinnen eines neuen Umweltbewusstseins. Maede Soltani aus Nürnberg spricht über die „Sonneningenieurinnen“, Gaby Franger und Sujata Sharma über die „Energiewende am eigenen Herd“ in Äthiopien. Coburger Studentinnen richten den Blick zurück auf Europa und stellen neue gemeinschaftliche Aktionsstrukturen in der Schweiz, die „Großmütter Revolution“, vor.

Die Gespräche im Museum sollen laut den Veranstaltern ein buntes Kaleidoskop von Informationen bieten – vom bürgerschaftlichem Engagement älterer Frauen in Deutschland über fremde Rituale und eindrucksvolle Biografien einzelner engagierter Frauen in afrikanischen und asiatischen Ländern bis hin zur Initiative in der Schweiz. Auf diese Weise entsteht ein Mosaik mit der Botschaft, dass Großmütter heute jünger, gesünder und besser ausgebildet als je zuvor sind – und alles andere als ein ruhiges, zurückgezogenes Leben führen.  

fn

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