Freitag, 22.01.2021

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Gute Vorbereitung verhindert in Fürth das Winterchaos

Wintereinbruch: Immer wieder krachte es in Mittelfranken - 01.12.2020 18:58 Uhr

Mit Mann und Maus an der Arbeit: Der städtische Winterdienst war beim Wintereinbruch auf Zack, wie hier am Grünen Markt.

01.12.2020 © Hans-Joachim Winckler


Wettereinbruch? Früher Start mit Eis und Schnee? Da werden bei Doris Langhardt vom Tiefbauamt, die als Bauhofleiterin für den Winterdienst zuständig ist, Erinnerungen wach. "Vor zehn Jahren, ebenfalls Anfang Dezember, fielen innerhalb kurzer Zeit 50 Zentimeter Neuschnee", erinnert sie sich.

"Ich habe zu meinem Sohn gesagt: Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schule fällt aus – aber Du musst raus zum Schneeschippen." Die Leute, die zur Arbeit mussten, standen knietief in der weißen Pracht. Busse und Straßenbahnen fuhren nicht, und auch für Autos gab es kein Durchkommen.

Im Vergleich dazu war der Schneefall in der Nacht zum 1. Dezember wenig spektakulär. Dennoch musste alles funktionieren, damit die Leute sicher auf Straßen und Gehwegen vorankommen. Um 3 Uhr nachts informierte der Einsatzleiter die Frühschicht, um 3.30 Uhr war das erste Fahrzeug auf der Strecke. Man hatte die ganze Flotte schon am Abend zuvor mit Salz beladen, damit man ohne Verzögerungen starten konnte.

54 Mitarbeiter im Einsatz

Insgesamt waren 14 Lastwagen, die Hauptverkehrsstraßen und Busstrecken räumten, und 21 kleinere Fahrzeuge unterwegs. Letztere kehren und streuen auf Geh- und Radwegen. "54 Mitarbeiter waren draußen", berichtet Langhardt.

Aber nicht alles lässt sich dadurch verhindern. Von Montag auf Dienstag führte der Schneefall bis in den morgendlichen Berufsverkehr zu teilweise erheblichen Verkehrsbehinderungen überall in Mittelfranken: Zahlreiche Fahrzeuge blieben liegen, es kam es zu etlichen Unfällen.

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Auf der B 8 von Neustadt nach Langenzenn standen an einer Steigung zeitweise mehrere dutzend Lkw. Erst nachdem die Fahrbahn von Eis und Schnee befreit worden war, löste sich der Stau wieder auf. Bei Vincenzenbronn rutschte nach Angaben der Integrierten Leitstelle in Nürnberg, die auch für den Fürther Landkreis zuständig ist, ein Autofahrer in den Straßengraben.



Er kam jedoch mit dem Schrecken davon und musste nicht ins Krankenhaus. Der Mann wurde noch an der Unfallstelle ambulant versorgt.

Im Stadtgebiet von Fürth ereigneten sich neun Unfälle – "meistens mit leichten Blechschäden, weil Wagen ineinander gerutscht oder an ein Verkehrsschild geprallt waren – zum Glück ohne schwere Personenschäden", berichtet Mark Kohl, stellvertretender Leiter der Fürther Polizei.

Viele im Homeoffice

Die moderate Zahl sei auch der Tatsache geschuldet, dass wegen Corona viele Menschen im Homeoffice arbeiten und deutlich weniger Autos unterwegs sind. "Sonst wäre sicher mehr passiert", glaubt Kohl.

Insgesamt hätten sich die Leute am 1. Dezember aber gut auf die Witterungsbedingungen eingestellt und sehr diszipliniert verhalten. Eine Feststellung, der sich die Berufsfeuerwehr Fürth und die Integrierte Leitstelle voll und ganz anschließen. "Viele wussten schon, was auf sie zukommt, es war ja von den Wetterdiensten angekündigt worden", so Kohl.

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Die Stadt Fürth sieht sich auch für die kommenden Monate gerüstet. Im Bauhof sind 3000 Tonnen Trockensalz und 26 Tonnen Salz zur Herstellung einer Sole gelagert. Beides wird kombiniert auf den Straßen verteilt. So haftet die Schicht besser auf dem Asphalt. Außerdem hat man 400 Tonnen Blähton auf Lager, der an Gehwegen und Ampelübergängen dafür sorgt, dass Fußgänger nicht ins Rutschen kommen.

Wetterbericht per Fax

In den nächsten Tagen wird es weiter frostig und potenziell glatt sein, wenn auch die Niederschläge nachlassen sollen. Was Prognosen angeht, vertraut die Kommune – allen Wetter-Apps zum Trotz – übrigens auf den guten alten Deutschen Wetterdienst. Er liefert seine Berichte nicht per Email ans Tiefbauamt, das Fax spuckt sie aus.

Doris Langhardt lacht, auf diese etwas antiquierte Übermittlung angesprochen – und verweist auf Vorteile: Auf einem Blatt sehe man schwarz auf weiß, was auf die Beschäftigten zukommt. Die Faxe könne man zudem gut archivieren. "Dadurch besteht nicht die Gefahr, dass etwas im Daten-Nirwana untergeht."

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